Asiatische Schöhnheiten und häßliche Menschen

Reisen No Comments »

Asia GirlSaarbrücken, Shanghai, Dubai. Das sind drei völlig unterschiedliche Lebensräume mit verschiedenen Kulturen und Bildern. Und mittendrin sind Menschen. Fliegt man nach Shanghai, äußert sich der auffälligste visuelle Unterschied in den Gesichtszügen. Später fällt einem auf, daß Chinesen schwarze Haare haben, klein und schmächtig sind. Dieser Unterschied kann durch Touristen immens bekräftigt werden. So geschehen in Dubai. Kaum angekommen störte mich der Anblick all dieser Bierbäuche und häßlichen, fettarschigen und dickbäuchigen Europäer und Amerikaner. Aber auch Dubais Bevölkerung hat ein Gewichtsproblem, vor allem Frauen, denen das Ausüben eines Sports erschwert wird. Diejenigen, die am Reichtum Dubais profitieren können und liberal eingestellt sind, stellen es zur Schau. Frauen, die nicht durch die Burqa verhüllt sind, machen Selbsttests als mobile Douglas Feromonsäulen, schmücken sich mit Gucci Taschen, Brillen und Uhren, und pinseln sich eine wirklich abschreckende Kriegsbemalung ins Gesicht. Ob das schon Kunst an der Frau ist? Ich weiß es nicht, aber meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Alles nur Ischen.

Sehnsüchtig erinnerte ich mich an die schönen asiatischen Frauen und schaute mir gelegentlich die Fotos auf dem kleinen Display meiner Spiegelreflex an.

Taxi, Taxi!

Reisen 1 Comment »

Es wird Zeit, den Übergang zu den Dubai Geschichten zu machen. Ja, ich habe noch ganz viel zu erzählen und kann nicht damit aufhören. Wie schön, daß ich eine feine Überleitung von Shanghai zu Dubai im Angebot habe, nämlich meine Erfahrungen mit Taxifahrten.

Shanghai. Man steigt in ein Taxi und hofft, daß der Fahrer englisch kann, was in der Regel nicht der Fall ist. Stattdessen wird in jedem Reiseführer empfohlen, sich den Ort auf chinesisch aufschreiben zu lassen und das dann dem Fahrer zu zeigen. Martin ist aber kein typischer Tourist und übte die korrekte Aussprache mehrfach, bevor er in ein Taxi (übrigens sehr günstig) stieg. Kaum drin, schon sage ich mit fester Stimme (ungefähr) : “Ü ü garden.” Der Fahrer schaut mich verständnislos an. “Ü ü garden.“, wiederhole ich und wähle danach eine Variante, denn ich könnte mich ja vertan haben: “Jü jü garden.” Hmm, geht auch nicht.

Na gut, dann hole ich den Reiseführer raus und zeige ihm die Straße auf dem Plan. Dummerweise ist der Plan in lateinischer Schrift, was ihm nicht hilft. Aber von Carsten hatte ich noch einen chinesischen Plan. Doch auch vier Augen konnten in dem Plan nicht die Straße aus dem Reiseführer entdecken. Da kam mir der Geistesblitz und ich zeigte ihm das zugehörige Foto im Reiseführer. “Ah! Ü ü garden!“, schallte es mir mit einem Lächeln entgegen und der erste Gang wurde eingelegt. Noch Fragen?

Mall of Emirates Dubai. Ganz anders im vom Geld regierten Dubai. Fast jeder Taxifahrer spricht englisch, was aber nicht heißt, daß man auch dort hinkommt, wo man möchte. Ein Beispiel: Bei der Hitze und bei den Entfernungen ist der Tourist grundsätzlich auf Taxen angewiesen, und nicht nur der. Daher sind Taxen vor Shopping Malls (hier:Mall of Emirates) zu genüge vorhanden und falls nicht, dann winkt der Taxi-Boy schnell eines an den Taxistand herbei. Manchmal, so auch mir geschehen, spricht ein Taxifahrer Dich kurz vorm Ausgang an. In der Regel sind das Privatiers, die gegen gutes Geld, die Person befördern wollen. Mißtrauisch gegenüber seiner Preisangabe, lehnte ich ab und stellte mich in die kurze Warteschlange als Dritter an. Da ruft der Taxiboy mir zu und zeigt wiederum auf so einen Privattaxi. Trotz Bedenken steige ich ein nenne mein Ziel, das der Strand neben dem Burj Al Arab sein sollte. Der Taxifahrer entschuldigt sich und sagt, daß er nur in die Stadt fahre weil er Pause oder Feierabend machen wolle. Ich steige aus und schaue mißmutig auf die plötzlich angewachsene Schlange am Taxistand. Nach einer halben Ewigkeit erwische ich ein reguläres Taxi, doch der Fahrer hat einen eigenen Kopf: “Ich bringe Dich zu einem anderen Strand. Ist viel schöner.” “Nein, nein.” antworte ich und bekräftige, daß ich weiterhin zu meinem gewählten Ziel möchte. “Aber alle Touristen gehen zu diesem anderen Strand. Ist viel schöner.” Ich merkte, das könnte schwierig werden: “Vielleicht. Aber ich möchte zu diesem Strand hier …“, und deute auf die Karte, “… damit ich Fotos vom Burj Al Arab machen kann.” Als Antwort erhalte ich ein lapidares: “Das ist verboten!“. Da ich eh schon geladen, war gab ich auf und sagte ihm schlicht, er solle mich zurück ins Hotel bringen. Gesagt und getan, am Ende hat er mich noch ums Geld behumpst. Um meine Laune zu erhalten habe ich Plan B aktiviert und bin zum Strand.

Heritage Village Eine andere Dubai Taxi Geschichte ging wie folgt. Ausgerechnet in der Rush Hour wollte ich zum Heritage Village und ein Dorfmuseum entlang des Dubai Creeks besuchen. Ich merkte schon bei der Anfahrt, daß vor dem Eingang kaum Touristen und gar keine Taxen sind. Also machte ich mit dem Fahrer aus, daß er oder ein Kollege mich in einer halben Stunde abholen soll. Es kam natürlich niemand und die Lage wurde in 45°C Hitze ein wenig unangenehm. Ich ging wieder ins Heritage Village, wo im Eingangsbereich einige Händler kleine Läden betrieben. Und da stand ich als Tourist im Innenhof, als alle Türen aufgerissen wurden und mir ein Kanon “Wollen kaufen …?” entgegen schmetterte. Mein Plan war, bei einem Händler ein Getränk zu kaufen und im Gegenzug um einen Anruf bei der Taxizentrale zu bitten. “Telephone? There is a telephone next to the taxi stand.” Argh, das war mir schon klar, nur daß es aus irgendeinem Grund nicht ging. Auch der Versuch, mit meinem Handy anzurufen (trotz teurem Roaming) schlug fehl. The Big Bus Company Die Rettung nahte in Form eines BigBusCompany Busses. Ich bat den Reiseführer (ein Asiate!) mich nur bis zum nächsten Stop mitzunehmen, wo ich besser ein Taxi bekommen könnte. Zufällig war der nächste Stop der Gold Souq, auch eines der ganz großen touristischen Ziele. Ich fand es langweilig und wollte endlich ins Hotel. Ich erspähte den Taxistand und war glücklich, mehrere Taxen dort zu entdecken. Doch beim Nähertreten ertönte der Muezin aus den Lautsprechern und ich sah, daß kein Fahrer drin saß. Es war spät Nachmittag und alle waren beim Gebet. Noch Fragen? Glücklicherweise kam zwei Minuten später ein indischer Taxifahrer vorbei, der mich mitnahm und ordnungsgemäß am Hotel absetzte.

Kultur kann ganz anstrengend sein. Vielen Dank an die Big Bus Company für den Ride. Deren Konzept, jedes touristische Highlight auf einer Route anzufahren, Touristen aus dem Bus zu lassen und neue aufzunehmen (hopp on - hopp off), kann ich empfehlen. Auf der Tour verkehren mehrere Busse. Auf diese Weise kann man Dubai an einem Tag sehen. Mehr geht bei der Hitze eh nicht. Ich habe gerade einen Blick auf deren Karte geworfen und ich ärgere mich, daß ich von der Big Bus Company nichts wußte. Die sind echt okay.

Yu Yuan Garden

Reisen 2 Comments »

Yu Yuan Garden Eines Tages machte ich mich alleine auf zum Yu Yuan Garden, dem letzten Flecken in Shanghai, wo Tradition der Moderne trotzt. An diesem Ort bemerkte ich, daß das K&C Team mich all die Tage an den typischen Touristenströmen lancierte. Der Yu Yuan Garden ist das touristische Zentrum  und besteht im Grunde  aus zwei Komplexen. Der äußere Komplex ist im Besitz von Händlern, KFC, MacDonalds und StarBucks. Der Kern, der eigentlich Garten (angelegt um 1559 alsRuhesitz eines hohen Beamten), hat einen separaten unscheinbaren Eingang. Ich hätte ihn fast gemieden, hätte ich nicht den Wächter angesprochen. Darin ist es viel ruhiger und ansehnlicher. Man kann sich fast schon zur inneren Mediation zurückziehen und die beruhigende Wirkung der Gärten und der Pagoden auf sich wirken zu lassen. Gartenanlagen sind eine Kunst in China. Daher, trotz Touris sehr sehenswert!!! Tut Euch nur den Gefallen und kauft nichts ein. Geht irgendwo, wo Chinesen einkaufen. Das ist orgineller.

Bank of China

Reisen No Comments »

Das war der Dauerbrüller in Shanghai. Carsten empfahl mir, mein Geld bei ihm zu wechseln. Da ich sowieso für den Druck seiner Diss Geld vorstreckte, hat er mich gleich beim Empfang in Shanghai mit Devisen begrüßt. Weiteres Geld könne ich bei ihm eintauschen, sagte er. Ich nehme es vorweg, es war genau umgekehrt.

Wie so häufig erzählt, in China laufen die Dinge anders. Carsten ist Kunde bei der Bank of China, und weil die Experten für Ausländer sind, befanden sie, daß ein Ausländer keine Automatenkarte benötige, um ans Geld zu kommen. Stattdessen solle er ein Sparbuch eröffnen, und wenn nötig, dann soll er sein Geld am Schalter abholen. Jo, nur kann das bei einer Einwohnerzahl von 17.5 Mio und bei einem Bankbesuch am Sonntag zu einer elend langen Wartezeit führen. Wie gut, daß einige Meter weiter ein Citibank Automat stand und ich problemlos mit meiner Visacard kostenlos Geld abholen konnte. Cool nicht wahr.

Das Problem wurde übrigens auch dadurch verschärf, daß die Uni lange nach Stichtag das Geld noch nicht überwiesen hatte. Spekulationen waren im Umlauf, daß Geld in der vorlesungsfreien Zeit nicht überwiesen, da dort nicht gearbeitet wird. Aber das war nur ein Gerücht. A propos Urlaub, es gibt da eine Woche im Jahr, die per Gesetz Urlaub für alle bescheinigt. Theoretisch. Ist schon aber witzig. Wir haben unsere Feiertage und sie eine Feierwoche. Kerstin, weißt Du, was da gefeiert wird?

Der Höhepunkt meiner Bank of China Geschichte findet in Hanghzou statt. Denn auch dort ist eine Bank of China und sie war zufällig auf unserem Weg zum Westlake (spätere Geschichte). Während Carsten sich in der Schlange anstellte, setzte ich mich im Warteraum hin und reinigte erstmal meine Objektivlinse. Ich war gründlich und dies dauerte seine Zeit. Als ich fertig war, blickte ich auf und sah, daß Carsten sich nicht weiter bewegt hat und an der selben Stelle in der Schlange stand. Und da entfaltete sich die Szenerie vor mir. Die Schlange war gar nicht so lang, aber der Bottleneck war unüberhörbar. Eine ältere Frau hat die junge “geduldige” Beamtin mit Fragen, Widersprüchen und Nachfragen 45 Minuten lang bedrängt. Sie ließ sich auch nicht abwimmeln, denn das Alter besteht auf sein Recht und chinesische Frauen sind Profis im Jammern. Je älter umso dramatischer.

Inzwischen kam ein junger Mann und stellte sich hinten an. Seine Ungeduld war deutlich sichtbar,und dies wohl auch zurecht, denn sein Kleidung verriet, daß er nur eine kurze Pause im Job machen und diese nutzen wollte. Die Ungeduld wies auch alle 5 Minuten das gleiche Muster auf. Ein Blick auf die Uhr und ein nervöses auffälliges einmal um die eigene Achse drehen. Diese Gleichmäßigkeit intensivierte sich im Laufe der Zeit und hätte das noch länger gedauert, dann wäre er sprichwörtlich durchgedreht.

Mein Blick schweifte nach rechts und eröffnete mir das Fenster in den chinesischen Bankbetrieb: fünf Tische stehen nebeneinander, dahinter jeweils ein(e) Beamter/Beamtin. Alle waren sehr jung, bis auf den Chef, der ganz rechts saß, wenn er da überhaupt mal saß. In der Regel lief er quer durch die Bank, hatte was zu tun und gelegentlich setzte er sich in seinen Stuhl und bediente die Kunden. Komischerweise war er der einzige, der Kunden hatte und es saßen auch immer drei vor seinem Tisch … tschuldigen … und es warteten auch immer drei vor seinem Tisch. Das Jungvolk daneben läßt sich von links nach rechts wie folgt beschreiben: die immermüde, gähnende und SMS schreibende Ische, die gelegentlich durch Papiere blätterte; der Stempler, der sonst nichts zu tun hatte, diesen Job aber lautstark betrieb; die Sortiererin, die Papiere in die Hand nahm, sie sortierte und gelegentlich an den Stempler weitergab; und schließlich der Laufbursche, der entweder ein Auszubildender war oder hier inkognito arbeitete,denn seine Funktion wurde mir nicht klar. Menschen beobachten macht Spaß, und diese Menschen besonders.

Wie schon vorhin erwähnt, stand Carsten in der Schlange und endlich hat man etwas gegen die quäkende Dame unternommen. Man hat einfach einen weiteren Schalter geöffnet, damit sie keinen weiteren Kunden behindert. Wie einfallsreich von den Chinesen. Man müßte glauben, Carsten wäre nun ganz froh und erleichtert, sich mir wieder als Reiseführer anschließen zu können. Dumm nur, daß er mit einem rauchenden Kopf vor mir steht: Die Bank of China vergibt kein Geld an Leute aus einer anderen Stadt. Da sein Sparbuch in Shanghai eröffnet wurde, darf er nur dort abheben. Noch Fragen?

Wie gut, daß auf dem Weg eine Shopping Mall lag, wo ich bequem mit meiner VisaCard erneut den Jackpot traf. Ein wenig später fragte Carsten, ob ich ihm was kaufen könne, nachdem er seine letzten 5 Yuan (50 Cent) versoff. :-)

Interkulturelle Kommunikation

Reisen 6 Comments »

Ist man in Saarbrücken an der Uni eingeschrieben, dann weiß man, daß Interkulturelle Kommunikation  mit Schwerpunkt auf Frankreich ein Studiengang ist. Gerne möchte man manchen Chinesen, diesen Studiengang ans Herz legen, um Produktivität und Verständnis füreinander zu fördern und Mißverständnisse zu vermeiden. Nicht zuletzt vor der aktuellen Nachrichtenlage zum Besuch des Dalai Lama (@Merkel: finde ich gut von Ihnen; falls Sie meinen Blog lesen).

Der Grund für meine Empfehlung sind Ereignisse, die mir zugetragen worden. C.  wunderte sich beispielsweise diesen Sommer, daß er alleine im Büro saß; und daßbei der Hitze. Nach einigen Wochen erschienen die Kollegen wieder und fragten ihn,ob er einen guten Urlaub hatte. Naja, wenn der Chef nicht da ist, muß man halt nicht ins Büro. Und bei der Hitze erst recht nicht.

K. dagegen wurde Opfer einer flexiblen Planwirtschaft. Eigentlich hatte sie sich alles so schön zurechtgelegt, was sie in der vorlesungsfreien Zeit  machen und mir zeigen möchte. Bis Sam, ein Freund und gleichzeitig ein Schüler, sie am Tag meiner Ankunft nach der Vorverlegung des Unterrichts um eine Woche fragte. Problem war nur, niemand hat ihr bescheid gesagt und eigentlich auch nicht den Schülern. sam selbst, hat es nur um drei Ecken erfahren. Aber so funktioniert es. Ganz oben wird etwas beschlossen, auf dem Weg nach unten geht die Info verloren und es wird trotzdem erwartet, daß alles so läuft, wie ganz oben beschlossen wurde.Nicht ganz unerwartet, erschien auch nur ein Schüler zum Unterricht, Sam nämlich. Dummerweise kann man dann den Unterricht nicht einfach so verlegen, denn der wird live ins ganze Land gestreamt und man weiß einfach nicht, wieviele Chinesen gerade online teilnehmen. Und die Hauruck-Vorbereitungen von K. bis tief in den Abend haben sie auch geschlaucht. Ach, ich vergaß zu erwähnen, daßauch gleichzeitig beschlossen wurde, einheitliche PowerPoint Folien zu erstellen, so daß sie ihre bestehenden dem neuen Format anpassen mußte.

Ich sag es Euch. Allein die Tatsache, daß China so anders tickt, macht es zu einem tollen Reiseland und zu einem Abenteuer zugleich.

Wenn ein Chinese für den Ausländer mitdenkt …

Reisen 1 Comment »

… dann muß es einfach schiefgehen. So drückte mir sich gleich zweimal der Eindruck auf. Im ersten Fall betrifft es Carsten, der bei seiner Bank eine Bankkarte beantragte und diese nicht bekam, weil er sicherlich als Ausländer keine brauche. Doch dies ist eine Geschichte, die ich an andere Stelle erzählen möchte.

Shanghai Railway Station Beim zweiten Fall war ich live dabei. Wir wollten am Morgen einen Tagesausflug nach Hangzhou machen. Carsten recherchierte im Internet nach möglichen Zugverbindungen und wir entschieden uns trotz der frühen Stunde für einen Schnellzug. Der Bahnhof ist ein architektonisches Meisterwerk. Durch und durch modern, Glas, Aluminium, glänzende Böden und ein riesiges freitragendes Dach. Um zum Bahnsteig zu kommen, wird man drei Mal kontrolliert. Die erste Kontrolle impliziert das Röntgen des Gepäcks (wofür auch immer), bei den letzten beiden Kontrollen werden Tickets und Gesichter inspiziert.

Das erste Problem waren die Schalter selbst; sie waren nicht im Betrieb. Kein Schild, kein Hinweis, was sonst zu tun ist. Wer sich auskennt,weiß, daß auf der anderen Seite auch Schalter sind,wo wir ganz schnell hin sind. Die Zeit wurde knapp. Um Zeit zu sparen ist Carsten alleine zum Schalter, während ich an Kontrolle eins vorbei in den Innenraum bin, um Fotos zu machen. Das Anstellen in der Schlange hat Carsten da auch nicht gerade geholfen und als er endlich dran war, guckt so ne verschlafene Trantüte aus der Wäsche und schmeißt automatisch den “Ich-muß-dem-Ausländer-helfen” Modus an. Carsten sagt, daß er nach Hangzhou und zurück möchte. Zwei Menschen werden fahren. Da ihm das Wort für “Freund” nicht einfiel, sagte er , daß er mit seiner Frau reisen würde. Trantüte erstellt Ticket, auf dem bis auf zwei /drei Zahlen alles auf chinesisch ist. Carsten eilt an Kontrolle eins vorbei und gemeinsam werden wir an Kontrolle zwei gestoppt. Trantüte hat ja mitgedacht: Ein Mensch (ein Ausländer) stand am Schalter; der braucht also nur ein Ticket. Argh! Die Zeit wurde jetzt richtig knapp. Zu zweit sind wir dreist an der Warteschlange vorbei zur Trantüte an den Schalter getreten. Trantüte schaut auf und sieht zwei Menschen, wobei einer davon die Frau von Mensch eins sein muß. Perplex stellte er ein weiteres Ticket für mich aus. Anscheinend dachte er wieder für uns mit, nämlich, daß ich keine Rückfahrt brauche, denn das Ticket sah dem vom Carsten noch nicht ganz ähnlich. Verärgert haben wir ihm Carstens Tickets auf den Schalter geworfen, woraufhin er dann endlich begriff, was wir wollten. Bis auf die Tatsache, daß er uns auf einen anderen Zug gesetzt hat. Aber wenigstens fuhr dieser auch nach Hangzhou.

Vorbei an Kontrolle zwei stehen wir an den Gates. Das ist tatsächlich so wie am Flughafen. Die Züge starten eine Etage tiefer und erst wenn alles bereit ist, werden die Gates geöffnet. Doch zuvor stellte sich uns ein weiteres Problem in den Weg. Die große Anzeigetafel ist vollständig auf chinesisch. Und an den Gates zeigen die LEDs ganz bestimmt die Zielorte an, nur daß wir bis auf die Abfahrtzeiten diese nicht lesen können. Jetzt wird es wirklich, wirklich knapp. Wie trennen uns auf und suchen separat nach dem Zug mit unserer Abfahrtzeit. Während ich in einer Ecke recherchiere, fragt Carsten zufällig einen Schaffner, der am richtigen Gate steht. Der Schaffner deutet Carsten auf die Treppe, die er nehmen soll. Doch anstatt seiner freundlichen Auskunft zu folgen, rennt der Ausländer von ihm fort und wedelt wild in der Gegend rum. Also wedelt der Schaffner zurück und macht sich durch seine Stimme noch bemerkbarer, da der Ausländer ihn ja gar nicht anschaut und weiterhin verwirrt wirkt. Und dann passiert es, ein zweiter Ausländer biegt um die Ecke (ich). Aber ab hier geht alles klar, wir rennen schnell die Treppe runter und rein in den Zug. 90 Minuten später kamen wir am Zielort an.

Gigantische Stadtplanung

Reisen 1 Comment »

Auf dem asiatischen Kontinent geht die wirtschaftliche Post ab, wenn nicht sogar Rakete, und wir in Europa schauen neidisch zu und ziehen trotzdem die Handbremse kräftiger an unsere dicken Bäuche ran. Dabei werden wir nicht müde, auf Asiaten zu zeigen und sie der Faulheit, des geistigen Diebstahls oder der Ausbeutung der niederen Gesellschaftsklassen zu bezichtigen. Wie famos falsch kann ein solches Bild nur gezeichnet werden.

Zu Schulzeiten war Stadtplanung ein Thema in meinem Erkundeunterricht. Doch leider waren lediglich provinzielle Kleinstädte Gegenstand unserer Untersuchungen. Interessante Metropolen kannte ich lediglich aus dem Fernsehen. Heute sind Städte wie Shanghai und Dubai die Spielplätze von international renomierten Architekten und Stadtplanern, die sich nach Lust und Laune auslassen können. Die Champions League dieser Disziplinen ist hier anzutreffen. Mittlerweile kann ich über das Pseudonym “Mainhatten” nur schmunzeln. Was hier suggeriert wird, ist so anmaßend und selbstüberschätzend, daß ein Kosmopolit mittlerweile mehr über die Differenz zwischen dem Sein und dem Schein diskutiert,welche rekordverdächtige Ausmaße annimmt.

Urban Development Center Die Shanghai Urban Planning Exhibition Hall ist ein Museum, in dem die Stadtgeschichte erzählt und ausgestellt wird und informiert darüber hinaus über zukünftige Pläne. Davon gibt es genug, um für künfitige Aufgaben bereit zu sein. Man muß sich nur den Terminkalender der Stadt anschauen und wird darin Ereignisse finden wie Frauen Fußballweltmeisterschaft 2007, die Vorrundenpartien der Olympischen Spiele 2008, die Olympischen Spiele der Paralympics 2008 und die Weltausstellung EXPO 2010. Shanghai soll DIE Metropole der Wirtschaft sein und Touristen weiterhin als “Hub” (Zwischenstation) auf ihren Reisen dienen. Eindrucksvoll werden die Pläne in Form von Modellbauten ausgestellt.

Pudong skyline Wo Anfang der 90er Jahre noch die Bauern in den Reisfeldern standen und niemand sich darum scherte, ist das Viertel heute weltbekannt durch seine über alles strahlende Skyline. In diesem Tempo soll es weitergehen. Für die EXPO 2010 werden ganze Stadtviertel abgerissen/saniert. Das sind Dimensionen, die wir uns in Deutschland kaum vorstellen können. 32 km vor der Küste wird eine Insel zu einem Tiefseehafen, dem Yangshan Deepwater Port, und somit zu einem internationalen Umschlagplatz umgestaltet. Waren zwischen Insel und Festland werden über eine Brücke transportiert. Die Transrapidstrecke soll verlängert werden, der Flughafen bekommt ein weiteres Terminalgebäude, und der neue Hauptbahnhof ist der modernste, den ich bisher gesehen habe. All das wird in einem fantastischen Modell festgehalten.

City Model

Burj Al Arab Doch all dies ist nichts gegen Dubai. In Deutschland kennen wir so manch ein wahnsinniges Projekt, das hier auf offene Ohren und Geldströme stößt. Vielleicht das bekannteste Gebäude ist das Burj Al Arab, das laut eigenen Angaben nach das einzige 7 Sterne Gebäude der Welt ist (offiziell gibt die Skala nur 5 Sterne her.). Doch von allen bekannten Projekten ist das wohl das uninteressanteste.

Die Palme(n) — es sind drei — sind da schon erste Wegweiser und werden als die nächsten Weltwunder präsentiert. Die Waterfront, eine gigantische Neulandaufschüttung um eine der Palmen sprengt die Vorstellungskraft. Draußen, 5km vor der Küste, wird eine Inselgruppe in Form einer Weltkarte aufgeschüttet. Ich hatte das Glück,mit dem Flugzeug darüber zu fliegen. Erste Prominente haben schon Inseln reserviert. Das erste Unterwasserhotel der Welt wird natürlich auch in Dubai gebaut.

Burj Dubai Das jetzt schon höchste Gebäude der Welt, das Burj Dubai, befindet sich noch im Bau. Die endgültige angestrebte Höhe wird geheim gehalten, wird aber zwischen 700 und 800m geschätzt. Nach Fertigstellung wird mit Bauarbeiten für das nächste höchste Gebäude, daß die Schallgrenze von 1 km Höhe deutlich überschreiten wird, begonnen.

Wo sonst kann man einfach so ein komplettes Downtown inklusive Kanal, Yachthafen (Dubai Marina) und Metro aus dem Boden stampfen? Es gibt die Viertel Media Village (CNN, dpa), Internet Village, Knowledge Village und weil die US Wirtschaft stagniert, ist New Silicon Valley ebenfalls im Bau. Architektonische Meisterwerke sprießen aus dem Boden. Hochhäuser mit einer spiralenförmigen Fassade geben “dem Leben den richtigen Dreh”. Oder wie wäre es mit einem Hochhaus, wo man eine komplette Etage bewohnen kann? Nichts besonderes? Na dann sagt mir doch, wo sonst kann ich das Wohnzimmer der 42. Etage einfach mal in die Sonne drehen?

Versteht Ihr nun, warum Mainhatten ein internationaler Zwerghatten ist? Was uns vor nicht allzulanger Zeit in Science Fiction Büchern/Filmen begegnete, ist bereits Realität und in 10-20 Jahren werden Konstruktionen fertiggestellt sein, von denen wir nicht zu träumen wagen. In Dubai und Shanghai muß man in viel höheren Dimensionen denken. Die folgenden zwei Links geben mehr Aufschluß. Vergeßt nicht, die Kinnlade wieder zu schließen:

Ich wünsche Euch viel Spaß!

Hallo Martin

Reisen 3 Comments »

Fremdsprachen sind schwierig und bei so unterschiedlichen Kulturen wie der Chinas und der Deutschlands kommt es schon bei Namensnennungen zu Verwirrungen. So habe ich nie verstanden, ob im Chinesischen der Vorname oder der Nachname zuerst ausgesprochen wird. Schon bei einem früheren Kollegen hatte ich solche Schwierigkeiten, daß ich nach zig Rückfragen doch den Namen vergaß und ihn nur noch Der Chinese nannte. Vielleicht auch gerade wegen dieser typischen Schwierigkeiten legen sich Chinesen gerne eine westländischen Namen zu. Dies kann anfangs zu mehr Verwirrung führen, denn der chinesische Geschmack was Namen angeht ist gewöhnungsbedürftig. Oder könnt Ihr einen Chinesen, der sich Albert oder Lancelot nennt, ansprechen ohne zu schmunzeln? Zugegeben, dies sind nur ausgewählte Exemplare. Übrigens, Albert rufe ich auch gerne abkürzend Bert. Das ist schon so abwegig, daß es gut klingt.

Wir lernen: Namen sind nicht einfach. Kerstin und Carsten haben einen sehr netten älteren Hausmeister, der aufgeschlossen, neugierig und sehr hilfsbereit ist. Zusammen mit Sam haben K&C dem Hausmeister im Vorfeld meinen Namen mitgeteilt, und erwähnt daß ich zu Besuch kommen würde. Fortan wurde ich jedesmal von weitem mit “Hallo Martin!” begrüßt. Wir haben uns kollektiv über diese einfache Freundlichkeit gefreut. Bis wir irgendwann feststellten, daß in der Kommunikation etwas schief lief: Er dachte, daß mein Vorname “Hallo” und mein Nachname “Martin” war. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse beließen wir es dabei, aber im Kreise des K&C Teams wurde ich hin und weiter bei meinem neuen Pseudonym gerufen.

Belesenes Volk

Reisen 5 Comments »

Seit meinem Besuch der USA vor mittlerweile 10 Jahren läßt mich ein wenig stolz sein auf das Volk der ehemaligen Dichter und Denker. Zwar ist diese Gabe nicht mehr unser Hauptcharakteristikum, doch sind wir weiterhin ein von Büchern umgebenes Völkchen. Buchläden machen trotz Preisbindung ein gutes Geschäft und vielleicht deswegen finden wir in unseren Büchern ein Papier guter Qualität. Was war ich dagegen von Chicago in dieser Hinsicht enttäuscht. Einmal in einem englisch-sprechenden Land, wollte ich mir ein Buch in englisch vor Ort kaufen. Mein Vorhaben wurde fast erfolgreich torpediert. Erstens gibt es so gut wie gar keine Buchläden in Chicago und zweitens, wenn es sie gibt, dann nur gefüllt mit Ramschbüchern. Lediglich einen einzigen nennenswerten Laden in Downtown konnte ich finden. Was sagt mir das über die US Amerikaner? Vielleicht bin ich voreingenommen, aber es ist ein starkes Indiz dafür, daß sie nicht viel lesen.

In a book shop Absolut gegensätzlich war da die Erfahrung in Shanghai. Buchläden gibt es viele. Ein mehrstöckiger Laden stach besonders hervor. Beim Betreten entglitt mir die Kinnlade. Und statt eines lockeren durch die Regale herumschlenderns, blieb ich erstmal stehen und schaute mich um: Überall Chinesen. Sie saßen auf Stühlen, auf dem Boden, lehnten an die Regale oder an die Wände,hielten ein Buch in der Hand und studierten es. Wir kletterten über mehrere Chinesen in den ersten Stock und schauten uns die Szenerie von oben an. Ich war einfach nur sprachlos. Ich kann nicht beurteilen, ob die einfach nur in den Laden zum Lesen kamen ,oder ob sie auch die Bücher kauften, die Kassen jedenfalls hatten lange Schlangen zu bedienen und massenweise verließen die Menschen den Laden mit Tragetaschen. Was sagt mir das? Chinesen jeden Alters lesen und bilden sich gerne. Ich bin schlicht und einfach beeindruckt.

Sicherheitskopien

Reisen No Comments »

China ist für seine Sicherheitskopien bekannt, hauptsächlich für seine kostengünstigere CDs und DVDs. Doch damit muß man auch einige optische Mängel in Kauf nehmen, man erlebt aber auch auch positive Überraschungen. Wer sich durch chinesische Beschriftungen, lustige Übersetzungsfehler oder Fehlverpackungen nicht abschrecken läßt, den erwartet meist ein fehlerfreies Produkt. Erwirbt man es zeitig, wundert man sich, warum es offiziell noch nicht zu bekommen ist. Zum Beispiel ist Die Hard 4.0 in China bereits seit einigen Wochen erhältlich, in den Handel soll der Film auf DVD laut Amazon erst am 20. November kommen. Hmmmmmmmmm.

Einen DVD Laden kann man auch zum Amüsement betreten und nach fehlerhaften Beschriftungen abklappern - man wird garantiert fündig. Carsten hat einen netten Beitrag hierzu geschrieben. So wird Peter Jackson als “The person most this year” tituliert, eine Fantasy Serie enthält sogar Zauberer mit Zaubersprüchen und der Playboy heißt Pliboy. Zu gern hätte ich letzteres fotografiert. Leider war der Laden so minimalistisch an Platz, daß wir ihn das Wohnzimmer tauften. De facto mußte man sogar mitten durch eine Küche laufen, um an die DVD/CD Regale zu gelangen.

So sehr ich das belächle, das Angebot ist wahrlich grandios. Hier findet man auch DVDs, die es in Deutschland nicht einmal über Amazon zu beziehen gibt. Ich bin nach wie vor hin und weg von meiner kompletten Akiro Kurosawa Sammlung - 33 DVDs.

2007 Life is a bitch!. Send email message .