Umzug ist am 8. März

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Wir brauchen helfende Hände am Vormittag in Saarbrücken und und am Nachmittag in Karlsruhe.

Club Ride Fotos

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Club Ride Saarbrücken - Action

Zurück in Good Old Germany

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Zwei Wochen Urlaub sind vorbei und ich bin wieder in Saarbrücken. Im Regen und in der Kälte trat ich die Reise an und wurde von denselben bei Ankunft begrüßt. Was hat mich das geärgert, da die wärmeren Klamotten in wärmeren Gefilden einfach unnütz sein und Platz im Koffer nehmen würden.

Zwei aufregende Wochen sind vorbei und man kann es kaum besser realisieren, als in Saarbrücken sein Zelt wieder aufzuschlagen. Eine Woche in einer 17.5 Millionen Einwohnerstadt wie Shanghai, 5 Tage in der vom Geld und Gigantismus beherrschenden Stadt Dubai und 2 Tage in der Luft bzw. auf Reise schärfen den Sinn für die Provinzstadt Saarbrücken. Du kommst an und bemerkst, daß es ruhig ist und die Leute auf der Straße fehlen. Außerdem frierst Du in der dünnen Trekkinghose, im T-Shirt und in den Sneakern. Du legst eine Pause ein, öffnest den Koffer und holst ein zweites Paar Socken sowie den Pullover raus, den Du für die Fahrt eingepackt hast. Ja,Ich bin in Saarbrücken angekommen.

In den folgenden Tagen werde ich Fotos auf Flickr hochladen und hier im Blog themenspezifisch statt chronologisch über meine Eindrücke schreiben. Vorneweg bedanke ich mich bei dem K&C Team für die fantastische Zeit in Shanghai. Dubai war lange nicht so aufregend wie Shanghai. In weiteren Blogartikeln werde ich über Unterschiede zwischen beiden Kulturen, über die rasante Entwicklung beider Städte, über Kuriositäten und Ärgernisse, über Reichtum und Armut, und vieles mehr schreiben.

Stay tuned!

Nasser Sommer

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Haben wir in den ersten Monaten über einen zu warmen Winter und ein zu warmes Frühjahr geklagt, so klagen ich heute über verregnete Wochenenden. Statistiken der letzten Jahre belegen, daß es im deutschen Raum häufiger am Wochenende regnet als unter der Woche. Das habe ich auch dieses Jahr beobachtet. Keines der Saarbrücker Stadtfeste fand an einem warmen Wochenende statt:

  • Nauwieder Fest: Tagsüber hat es geregnet. Abends war es meist trocken und sogar ein wenig warm. Dafür war es in der Nacht saukalt.
  • Altstadtfest: Im Regen untergegangen. Ich bin mehrfach nass geworden am WE.
  • Saarspektakel: Ging so. Wegen dunkler Wolken und gelegentlicher Schauer hatte ich immer einen Regenschirm dabei.
  • Deutschlandtour: Fand im im Regen Stadt. Ursprünglich wollte ich bei der ersten Etappe Fotos während des neutralisierten Starts machen. Keine Chance.
  • Saarland wird 50: Wegen des Wetters habe ich das fantastische Feuerwerk verpaßt. Ich habe es lediglich gehört.

Für nächste Woche ist mal wieder Regen angesagt. Höchste Zeit in den Urlaub zu fliegen.

Frühstücken am Schloß

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Gutes, reichhaltiges und günstiges Frühstück gibt es am Schloß. Das Frühstück trägt den unspektakulären Namen “Frühstück flat” und heißt soviel wie, futtern und trinken (warme Getränke) soviel man will, für nur 6.90 EUR. Und schattig ist das Plätzchen auch noch.  :-)

Kettenriß

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Am Dienstag Deiner Woche machte ich endlich wieder eine Tour mit einem Kollegen auf dem Rennrad. Ich war bombenhaft in Form. Das Jahr fängt gut. Die Berge meiner Standardtour tun nicht mehr so weh wie zu Beginn der Jahre zuvor.

Bei jeder Tour habe ich jedoch Angst, daß ein technischer Defekt passieren könnte. Einen Platten kann ich beheben, da ich immer einen Ersatzschlauch und auch  Flickzeug habe. Zusätzlich habe ich immer ein wenig Geld für ein evtl. Taxi dabei. Ein Handy schleppe ich nicht mit; ich kenn eh niemanden, den ich anrufen könnte, um mich irgendwo mit dem auto abzuholen. Daher hoffe ich, daß mir nichst passiert.

Ärgerlich ist es wenn etwas auf einer späteren Tour, kurz vor dem Abend passiert, weilman dann in der Dunkelheit und teilweise in der Kälte fährt, wenn die Sonne verschwindet. Ganz besonders ärgerlich ist, wenn etwas unerwartetes passiert. In all den Jahren, ist mir nun erstmals die Kette während der Fahrt gerissen, was nicht zu reparieren ist. Kettenglieder haben sich auf der Straße verteilt. Sofort war mir klar, daß es nun aus ist. Dabei habe ich gerade zu dem Zeitpunkt ein wenig auf die Tube gedrückt, da es mir kalt wurde und ich nur schnell unter die warme Dusche wollte.

Langer Rede kurzer Sinn, ich hatte Glück, daß der Vorfall direkt neben einer Bushaltestelle passierte. Fünf Minuten später kam der Bus, der mich zu der nächsten Saarbahnhaltestelle nahm. Dort fuhr ich einige Stationen so nah wie möglich an mein Haus. Trotzdem blieb mir ein Spaziergang nicht erspart. Ohne Kette blieb mir nichts anderes übrig, als mein Fahrrad zu schieben. Und macht das mal, wenn Ihr Rennrad-Schuhe anhabt. Das ist wie auf Stöckelschuhen, nur daß die Absätze vorne sind. Sehr unangenehm.

Nach Ostern kommt das Rad in die Inspektion. Und wo ich schon einmal dabei bin, werde ich neue Einzelteile nachkaufen und mein Rad pimpen. Und dann geht es wieder auf die Straße.

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London Retro, Teil 5

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—– Achtung: SB Mail —–
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Disclaimer: Diese Mail enthält sexistische Formulierungen. Jedes Wort ist genauso gemeint. Der Autor weist darauf hin, daß er sich vom Disclaimer (siehe Disclaimer) distanziert.

Kollegen, Kollegen. Zweiter Teil. Ich sitze in einem Großraumbüro mit mehreren Postgraduates, Postdocs und einem Prof. Ich glaube, ich spare mir die Beschreibung einiger Leute, denn ich finde ihre Arbeiten langweilig. Für einen Informatiker ist Human Computer Interaction tatsächlich eher ein Zuckerguß als ein essentielles Thema. Das ist mein Problem.

Dennoch will ich Jeremy nicht auslassen. Er ist neben Paul die zweite für mich wichtige Person, denn er ist Informatiker, kommt aus der künstlichen Intelligenz, hat seinen PhD in Beweisplanung gemacht. Also eine optimale Kombination für mich. Somit unterhalten wir uns auch sehr viel. Jeremy scheint auf den ersten Blick etwas langweilig zu sein, aber er ist schwer in Ordnung. Problematisch ist nur sein Wasserzahn. Versuch ihn mal in einer Kneipe zu verstehen, wo die Musik laut ist, die Menschen reden und Du auch noch auf Englisch jedes Detail verstehen solltest. Manchmal reicht ein gelegentliches Nicken nicht. Insbesondere dann nicht, wenn Dir jemand eine Frage stellt. “You are deaf, man!”

Ah, Paul habe ich vielleicht schon mehrere Male erwähnt, aber nie richtig vorgestellt. Er ist einer der Dozenten hier und er hat für mich die richtige Einstellung: “Ich bin kein HCI Wissenschaftler. Ich verwende HCI für meine Wissenschaft.” Damit kann ich gelegentlich leben. Er kommt ursprünglich aus der Mathematik und beschäftigt sich nun damit, wie man mathematische Systeme benutzerfreundlich gestalten kann. Paul arbeitet hauptsächlich mit Jeremy zusammen. Paul ist übrigens eines dieser Genies. Er liest etwas, merkt es sich und vergißt es nicht. Das Problem mit diesen vermeintlichen Genies ist, daß sie Briten sind und einfach einen verdammten Vorteil bei der wissenschaftlichen Literatur haben. Egal, Paul ist sehr freundlich und hilfsbereit. Durch ihn habe ich wieder ein wenig Motivation und Ausblick für meine Diss bekommen. Denn irgendwie befinde ich mich immer noch im Nebel und suche nach einem Ausgang. Schon wieder diese Suche.

Dann gibt es noch Lydia. Sie kommt kommt aus der Ukraine ist aber in Chicago aufgewachsen. Sie habe ich auch bereits in der ersten Stunde kennengelernt. Und sie ist der Grund, warum ich seit neuestem den Yahoo Messenger verwende. Damit kommunizieren die zwischen den Büros. Lydia ist sehr witzig und irgendwie immer gut drauf. Wenn sie im Raum ist, dann verbreitet sie gute Laune. Ihre Arbeit beschäftigt sich übrigens mit Auswirkungen von Schnittstellen auf Gesellschaften und umgekehrt. Für mich nicht sehr spannend, aber so bekommt man auch sein PhD.

Zuletzt will ich noch George … erwähnen. Was er macht, weiß ich nicht. Er ist mir irgendwie suspekt. Eigentlich sollte er mir sympathisch sein, aber langsamsprechende, riesenbrillentragende Überflieger sind mir unsympathisch. Im Prinzip ist er wirklich in Ordnung, vielleicht habe ich ihn nur ein einem ungünstigen Moment erwischt. Er kam frisch aus Neuseeland nach 30 Stunden Reise ins Büro und hat da den ganzen Tag gearbeitet. Klar, mache ich auch, wenn ich wieder in SB bin. Wie gut, daß ich noch Resturlaub habe, den ich sofort verbrate. Ach ja, in seiner Freizeit schreibt er ein Buch. Nicht über HCI, nicht über Computer Science. Er ist ein wenig anspruchsloser, er schreibt über die Kolonialpolitik Großbritaniens. “Das gibt es schon”, werdet Ihr schreien. Naja zu den großen wichtigen Ländern gibt es auch Literatur, aber nicht zu den kleinen und unbedeutenden. Dazu gibt es wohl ein mittlerweile älteres Buch, das unvollständig ist und falsche Behauptungen enthält. George recherchiert im britischen Nationalarchiv und hat somit einige Irtümer entdeckt.

Bin ich der Einzige in dem Laden, der nix kann????

Neulich durfte ich aber glänzen. Als Deutscher spreche ich natürlich Deutsch. Als visiting reasearcher spreche ich natürlich Englisch. Als Chicagobesucher habe ich mich als Polnisch sprechender Mensch geoutet. Und als Lydia neulich ihre Französischgrammatik übte, habe ich sie berichtigt und mich somit als ein multilinguales Talent in Szene gesetzt. Danke Seb für die Gesamtausgabe Asterix auf Französisch!!! Und Fuck You Britain!!!

The very last person for today soll Vivian sein, unsere Bulldoge im Haus, die ganz genau aufpaßt, wer ins Haus kommt. In ihrer Politessenuniform und strengem Blick, haben es zwielichtige Gestalten schon sehr schwer. Dafür ist sie zu den im Haus arbeitenden Leuten umso freundlicher. Jeden nennt sie ‘Darling’. Nicht, daß ich das bei meinen Kollegen gehört hätte, aber das muß so sein. Warum sollte sie das sonst zu mir sagen? Sie ist nicht wirklich attraktiv. Ich meine, den ganzen Tag rumsitzen und schauen wer ins Gebäude kommt und wer es verläßt ist nicht wirklich fettverbrenned.

Ein Detail am Rande, Vivian ist eine Farbige. Das schreibe ich aus zwei Gründen. Zum einen ist mir aufgefallen, daß ich häufiger mal die Paar-Kombination ‘Farbiger Mann, weiße Frau’ gesehen habe, aber nicht umgekehrt. Zum anderen, weil ich gelegentlich, aber lediglich, farbige Frauen gesehen habe, auf die die Beschreibung ‘Höhe x Breite x Tiefe’ im Brustbereich sehr gut zutrifft. Ein Wunschtraum vieler Mäner, folgt man diversen Magazinen und Filmstars. Unter den HCI Studenten ist ein Mädel mit einem Brustumfang, der für schlagkräftige Links-Rechtkombinationen taugt. Der Haken: sie hat eine Heliumstimme. Ein Lustkiller! Das ist eine klassische One-Bagger Situation, nur auf akustischer Basis. Gibt es da ein Pendant? Kopfhörer für IHN? Lutscher für SIE?

Auf meine letzte Mail habe ich von Matthias Feedback bekommen, der anscheinend bei der Beschreibung der Schlägerei in Camden Town lachend auf dem Boden lag. Im Nachhinein finde ich es auch witzig, wie ein Typ seinem Kumpel einfach eine überbrät. Dabei möchte ich ein Detail nicht verschweigen, weil es das Bild noch komplettiert. Beide hatten jeweils ein Eimerchen mit gelben Tulpen in der Hand. Könnt Ihr Euch an die Szene aus ‘Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug’ erinnern, in der zwei friedlebende Buddhisten Blumen am Flughafen an die Reisenden verteilen, und der Oberretter im Vorbeigehen denen grundlos in die Fresse schlägt. So ähnlich war dies, nur in live, und die Buddisten erledigen es selbst.

Ach Camden Town! Da war noch so eine Szene, direkt an der Tube Station. Ein Bild für die Götter, womit ich schon beim Thema bin. Ein alter versoffener und bärtiger Mann predigt der hiesigen Grufftischar das Wort Gottes und hält dabei eine völlig zerfetzte Biebel in die Luft, die einem Hollywoodfilm entsprungen sein könnte. Sein Kumpel, im sowas von versoffenem Zustand gröllte irgendwelche Laute, die beim besten Willen nicht zu verstehen wären. Man konnte aber zumindest hineininterpretieren, daß er seinem predigenden Freund moralischen Beistand mitteilte. Sein Support (und er selbst auch) löste sich in Luft auf, als zwei Polizisten um die Ecke kamen. Da trifft eine Sünde auf die andere.

And now to something completely different …

Stellt Euch mal vor, Ihr wächst mit einem Helden auf, der nur eine Rolle verkörpert. Wie sehr wird da doch das Bild zerstört, wenn der Held sich künstlerisch weiterentwickelt bzw. wenn er in eine neue Rolle gezwungen wird. Was habt Ihr gedacht, als Ihr Christopher Reeves plötzlich nur noch in einer Ebene beschleunigen sehen konntet? Was denken die Amerikaner vom Terminator, der sich auf Sprücheklopfen in Kalifornien beschränkt und auf das Umlegen von Leuten mit 1500 Patronen aus zwei 20 Kilo schweren Kanonen in den Händen zwecks Meinungsbildung verzichtet. Ja, was haben die gedacht, als sie die Schlagzeile lesen mußten: “Terminator bekommt einen Bypass”. Sind wir denn schon so weit, daß Maschinen nun auch menschliche Gebrechen simulieren? Ja Mensch, was war das für eine Umstellung, als wir nicht mehr täglich den Kohl im Fernsehen hatten und was war das für ein Schock, Privatmann La Fontaine zu erleben. Was war das für ein Schock, als Heintje in den Stimmbruch kam, und heute ein Drittel der Deutschen den Tod des unglücklichen Jungen betrauert, unwissend, daß er noch unter dem Namen Hendrik Nikolaus Simons die Fernsehzuschauer weiter beglückt. Oh, ihr Helden, was ist mit Euch passiert?

Stellt Euch mal vor, Ihr seht William Shatner zum ersten Mal in T.J. Hooker. Ist das nicht seltsam? habt ihr nicht ‘Das ist doch Spock!’ gerufen, als Leonard Nimoy in einem schwar-weiß Agentenfilm auftauchte. Und stellt euch mal vor, Ihr seht Patrick Stewart live on stage in Unterhose! Ich habe es gesehen. Ich fürchte, Patrick Stewart ist auf immer und ewig mit der Rolle des Captain gebrandmarkt, denn irgendwie tief in mir drinnen, habe ich tatsächlich auf das markante Kommando ‘Engage.’ gewartet. Da paßt es nicht, daß der Captain in Unterhose auf der Bühne steht und ‘Fuck you.’ ruft. Dennoch, ich bin sehr froh, das Stück gesehen zu haben. Denn Patrick ist einer der erfolgreichsten und renomiertesten Künstler auf Londons Bühnen. Filme macht er so nebenbei. Entsprechend war das Publikum besetzt. Erstmal waren sehr viele Frauen im Publikum, teilweise in Abendgarderobe. Dann war das junge Volk im Gegensatz zu ‘We wil rock you’ definitiv in der Minderzahl. Ich hatte wirklich den Eindruck, daß die meisten kamen,um die schauspielerische Leistung zu sehen und nicht den Captain. Sowie im Grunde ich auch, jawohl.

Ich saß 10 oder 15m von ihm entfernt. Er spielte die Rolle eines alternden Schauspielers, der seinen blutjungen Kollegen, gespielt durch Joshua Jackson (Dawson’s Creek, Oceans 11), in die Welt des Theaters einführt. Mit der Zeit wird der junge besser und erfolgreicher und der Alte macht Fehler und wird verbittert. Insgesamt eine fabelhafte Darbietung und komisch obendrein. Der Titel des Stücks ist übrigens ‘A life in the theatre’. Somit spielen die zwei, was im Theater hinter den Kulissen passiert. Beeindruckend fand ich wie sie eine Konversation zum Besten geben und sich völlig unauffällig dabei in ihr Kostüm für die nächste Szene schälen. Völlig verblüffend. Hey und Patrick Stewart ist vielleicht muskulös, das glaubt Ihr mir nicht. Wer also auf klassisches Theater steht (Katrin, Kristin, Matthias, Frank?), dann solltet Ihr Euch das Stück ansehen. Wenn ihr mehr Hype haben wollt, geht in ein Musical.

Donnerstag. Oops, I did it again.

WE WILL ROCK YOU
Ich habe es nicht ausgehalten und habe mir morgens wieder Tickets für die Show besorgt. Leider war die Show diesmal nicht so gut. Ich hatte diesmal einen hinteren Platz, neben mir eine fette Dame aus den Staaten, hinter mir zwei biertrinkende Gröllaffen, vor mir zwei Reihen von Sitzriesen, die aufgrund ihrer Zweireiher in die Sitzposition reingepreßt wurden und teilweise nicht wirklich Queen kannten und somit so gar nicht mitgegangen sind. Und überhaupt waren diesmal auf meiner Seite jede Menge deutscher Schüler offensichtlich auf Klassenfahrt. Auf der rechten Seite jede Menge britischer Schüler. Die rechte Hälfte hat mitgesungen und ordentlich Stimmung gemacht. Die deutschen kannten den Text nicht. Standing Ovations gab es lediglich auf der rechten Seite. Die linke war noch nicht so weit.Und die Anfänger vor mir dachten die Show wäre vorbei, als der Halbzeitvorhang fiel. Wären sie doch gegangen, hätte ich einen Sitzriesen weniger. Die Songs waren trotzdem cool.

Das nächste Mal, und das ist ein Plan, den ich in Erwägung ziehe, komme ich zur Abschlußshow, weil dann a) die Akteure ihr bestes geben, b) ihr davon ausgehen könnt, daß nur echte Queen Fans kommen, und c) es wahrscheinlich ist, daß Brian May selbst auf seiner Gitarre klampft.

Ich bin heiß. In einem fremden Land lebt man auf und macht Dinge, die man sonst nicht macht, weil man sich nicht traut bzw. weil man seinen guten Ruf nicht verlieren will. Also habe ich die Gelelegenheit genutzt, und Kamila kontaktiert. Who the hell is she? Irgendwie eine witzige Story. Ich bin Kamila direkt am ersten Tag in UCLIC begegnet, da sie gerade ein wenig Literatur von Paul haben wollte. Wir wurden uns gegenseitig vorgestellt, aber das war es auch. Einige Tage später habe ich Paul zu seiner Lehrveranstaltung begleitet. Sie war da und es hat sich herausgestellt, daß sie eine Studentin ist. Einige Tage später habe ich an einer Präsentationssession der Studenten teilgenommen und mir einfach ihren Namen gemerkt. Wieder eine Woche später bin ich über Ihre E-Mail Adresse gestolpert, und sie prompt angeschrieben. Sie hat dann auch zurückgeschrieben und wir haben uns auf diese Weise unterhalten. Am Donnerstag haben wir uns dann bei Sonnenschein zu einem Starbucks Kaffee getroffen. Es war sehr witzig, weil sie nicht genau wußte, was sie erwartet, zumal ich im Vorfeld treffsichere Vermutungen gemacht habe. Sie fragte mich ernsthaft, woher ich die Informationen habe. Ich habe richtig geraten, daß sie keine Britin ist, zumindest keine geborene Britin. Ich habe richtig geraten, daß sie vier Sprachen beherrscht und einiges mehr. Das Alter wollte sie mir dann doch nicht verraten. Und dann kam der Hammer. Sie spricht Englisch, Französisch, Latein und Polnisch!!! Zu geil, sie ist in Polen geboren und hat dort die Schule beendet. Wir haben trotzdem während des ganzen Gesprächs kein Wort polnisch gesprochen. Übrigens ist sie fertige Psychologin. Ich habe sie nicht gefragt, welches Problem sie dazu bewogen hat. Jedenfalls wollte sie die Verbindung zu HCI explorieren: “They are teaching crap.” Nothing to add.

Freitag. Mein letzter Arbeitstag bei UCLIC. Bücher zurückgeben. Schlüssel zurückgeben. Karten fürs Kino holen: ‘Constantine’ mit Keanu Reaves. Einen letzten Drink mit Kollegen einnehmen.

‘Constantine’ ist schlecht. Geht bloß nicht rein. Dafür kommt in einem Monat der “Hitchhikers Guide to the Galaxy” raus. Eine Hollywood Verfilmung mit vielen Special Effects. Im Kino war ich übrigens mit Jonathan+Freundin, Magda (Psychologin), Dominik, Simon+Freundin.

Simons Freundin ist Chinesin, die eigentlich in Australien lebt und sich spontan entschieden hat nach London zu ziehen und zu arbeiten.

Magda hängt eigentlich mit Jeremy und Simon zusammen, da die HCI Leute ursprünglich im Psychologengebäude untergebracht waren. Deswegen kennt sie einige von denen. Simon ist übrigens selbst ein studierter Psychologe. Das war mir neu.

Nach dem Kino sind wir ins Londoner Chinatown, wo wir sehr lecker Malayisch gegessen haben. Man muss aber die kleinen Gassen kennen, um zu den wirklich guten und günstigen Restaurants zukommen. Jo. Danach war der Abend zu Ende und wir sind unsere eigenen Wege gegangen. Habe ich eigentlich erwähnt, daß ich diese Woche auch koreanisch gefuttert habe. Schmeckt aber zu stark nach Fisch und wird eher kalt serviert. A propos Fisch, neulich habe ich in einem Cafe in einem Buchladen ein Sandwich gekauft. Ich habe mich über den unerhörten Preis geärgert, zumal das Sandwich nur mit Standardbeilagen ausgestattet war. Darüber hinaus roch das Baguette nach Fisch. Doch trotzt strengem Blick konnte ich keinen Thunfisch ausmachen, also aß ich mein Baguette. Gut, später hat sich herausgestellt, daß die Tomate keine war, sondern Seelachs. Aber da war das Baguette fast schon aufgegessen.

Am Samstag habe ich mir Zeit gelassen und bin erst am Nachmittag zum Leicester Square gezogen, wo ich mich mit Magda verabredet habe. Eigentlich wollten wir zuerst in eine Ausstellung, aber da das Wetter saugut war haben wir uns im Green Park niedergelassen. So habe ich erfahren, daß sie Senior Researcher ist, was soviel heißt, daß sie ihren Doktorgrad hat und an einem eigenen Projekt an der UCL arbeitet. Später sind wir entlang der Themse entlang geschlendert und haben uns im Tate Museum of Modern Art vor den Werken von einem Künstler namens ‘Boyst’(?) auf einer gemütlichen Ledercouch hingehockt und unser Gespräch bei einem Kaffee bis 22.00 Uhr fortgesetzt. Irgendwie gingen uns nie die Themen aus. Danach sind wir wieder durch Soho und Covent Garden geschlendert. Ach ja, Magda ist geborene Britin, ihr Vater aus dem Sudan, ihre Mutter aus Griechenland. Sie sieht eher arabisch aus, kommt wohl nach dem Vater, der übrigens von Deutschland ganz begeistert ist und schon fast flächendeckend bereist hat. Magda ist eine liberale Muslimin: trinkt zwar keinen Alkohol, raucht dafür, trägt keinen Schleier und pfeift auf ‘Keinen Sex vor der Ehe’. Sie weiß schon, was sie will. Vor allem keine Enttäuschung in der Hochzeitsnacht.

Sonntag. Entspannen. Packen. Schlüssel abgeben. Bett. Hoffentlich funktioniert mein Handy. Irgendwie läßt es sich nicht aufladen. Ah, mal wieder ein Softwarefehler. Reboot. Germany ich komme. Es wird auch wieder Zeit. Es wird zwar gerade frühlingshafter, aber meine Sehnsucht nach dem Fahrrad wird immer größer. Und ich habe mir für die nächsten Tage Urlaub genommen.

Montag. Auf auf, husch aus dem Bett, vorbei am schlafenden Volk zum letzten mal in die Tube und rein in den Stensted Express. Mal wieder Übergewicht nachbezahlt. ich meine das meines Koffers. Mal wieder Wartezeiten in Hahn. Grr.

In Saarbrücken angekommen stellt man einen Ich-bin-noch-nicht-da-Prozeß fest. Man wundert sich über die wenigen Menschen in der Bahnhofstraße, begrüßt Verkäufer mit einem ‘Hi’ oder ‘Hello’, drückt an Ampeln den Ich-will-grün-Schalter und geht über rot, wobei man sich vergewissert, daß beim Überqueren der ersten Straßenhälfte wirklich kein Auto von rechts kommt. Und in den nächsten Tagen nerve ich Euch mit Fotos und Sätzen, die wie folgt beginnen ‘In London war das so: …’, ‘Als ich in London war, …’, ‘In London habe die Erfahrung gemacht, daß … oder ‘Verglichen mit Singapur …’.

Deutsche Bahn: Durchsagen

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Man müßte die Deutsche Bahn für Ihre kleinen Pannen lieben. So wurden die Zuggäste eines RE von Saarbrücken nach Koblenz genüßlich unterhalten. Man stelle sich folgenden Ablauf einer Reihe von Durchsage im Minutentakt  vor:

  • “Sehr verehrte Fahrgäste. Der nächste Halt ist Konz Hauptbahnhof.” Diese Ansage kam vom Band. Erstens, der nächste Halt wäre in Saarburg. Und zweitens, dieser RE hält nicht in Konz.
  • “Sehr verehrte Fahrgäste. Der nächste Halt ist Saarburg Hauptbahnhof.”, korrigierte der Zugchef.
  • “Sehr verehrte Fahrgäste. Der nächste Halt ist Saarlouis Hauptbahnhof.”, tüdelt wieder die Ansage vom Band. Naja, an Saarlouis waren wir schon vorbei, der Zug hat nicht kehrt gemacht, und rückwärts fährt er auch nicht.
  • “Sehr verehrte Fahrgäste. Der nächste Halt ist Saarlouis Hauptbahnhof.”, insistiert die Ansage.
  • “Sehr verehrte Fahrgäste. Der nächste Halt ist Saarburg Hauptbahnhof.”, korrigiert sich wieder die Ansage vom Band.
  • Und schließlich entschuldigt sich der Zugchef: “Sehr verehrte Fahrgäste, ich bitte um Entschuldigung für die verwirrenden Durchsagen.” Inzwischen sind wir auch im Bahnhof angekommen und konnten uns selbst anhand der Schilder von unserem Zwischenstopp überzeugen.

Man stelle sich nur eine solche Ansage im Flugzeug vor: “Sehr verehrte Fluggäste auf dem Weg nach Südafrika von Frankfurt machen wir einen Zwischenstopp in Frankfurt Hahn.”

Nächtlicher Streifzug

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Letzte Nacht bin ich mit Anika um die Häuser  gezogen. Exzessiv.

Um 20 Uhr trafen wir uns bei Regen auf dem Weihnachtsmarkt, ließen uns aber nicht die Laune verderben. Und das obwohl sich ein Fehler in unsere Planung einschlich. Wir dachten die Uhrzeit wäre gut, um den wilden Weihnachtseinkäufern zu entfliehen, gleichzeitig aber noch den Weihnachtsmarkt besuchen können — die Kaufhäuser hatten bis 22 Uhr auf. Entsprechend war die Stadt am Abend immer noch brechend voll.  Davon ließen wir uns nicht abschrecken. 2 Glühweinrunden haben uns vorgeglüht.

Danach ging es ins ehemalige Mendocino (Que Tal). Der Laden ist nicht mehr der Reißer. Die Cocktailkarte ist reichlich geschrumpft. Nur noch die bekannten sind dabei. Erste Runde: Caipi. Mit nur einem Cocktail kann man nicht nach Hause, also ab in die zweite Runde: Long Island Ice Tea. Denn habe ich noch nie getrunken. Ehrfürchtig habe ich ihn mir aufgehoben, für einen Tag, an dem den Alkoholgehalt vertragen könnte. Er war dann doch nicht nicht so stark, wie befürchtet. Aber er hat mir gut zugesetzt. Irgendwie war es gerade so lustig und die Bedienung besonders nett, da beschlossen wir, in die dritte Runde einzutreten: Long Island Ice Tea.

Es wurde Zeit, sich auf den Weg zu machen. Also torkelten wir erstmal zu Wallies. Da war aber die Mucke grausam. Also gingen wir wieder raus und fanden uns vor der Garage: Ü30 Party. Das paßte nicht ganz zu Anika. Also beschlossen wir zu Mel in den Australia Pub zu gehen. Die nächste Runde hieß dann Fosters. Lange konnten wir aber nicht bleiben, die Bedienung hat bereits abgeschlossen und die Lichter ausgemacht. Das war ja ein Rauswurf.

Immer noch nicht bedient, torkelten wir wieder in die Garage. Ü30? Scheiß egal. Gute Mucke, keine Teenager, da konnten wir abtanzen. Inzwischen bin ich auf Wasse umgestiegen, was heute Morgen meine Rettung war. Anika hat sich an Heineken gehalten. Trotzdem war ich betrunkener als sie. Als ich aus der Toilette kam, wußte ich nicht mehr, wo ich sie zurückgelassen habe. Ich habe schon fest damit gerechnet, daß sie ohne Bescheid zu sagen nach Hause gegangen ist. Doch zunächst schickte ich eine SMS, woraufhin prompt eine Antwort mit den notwendigen Koordinaten kam. Ich kann mir diesen Faux-Pas nicht erklären.

Inzwischen hat sie ein paar Typen angequatscht, mit denen wir den Abend dann verbrachten. Das waren zwei nette Mediziner. Als in der Garage dann die Lichter angingen (wieder ein Rauswurf), sind wir  zusammen  ins Synop für noch einige Absacker. Bei mir  hießen sie weiterhin “Wasser”. Bei Anika “Erdbeer-Margarita”.

Um 7 Uhr morgens war ich im Bett. Was für ein Abend!

 

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7, 14, 11

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Das sind meine Zahlen. 7 Jahre habe ich in Polen gekrabbelt, 14 Jahre in Deutschland die  Schule  besucht sowie Zivi gemacht und  11 Jahre in Saarbrücken studiert und promoviert. Irgendwie komisch. Es dauert nicht mehr lang, dann bin ich in Saarbrücken genauso lang wie in Neuss. Und doch kommt es mir manchmal vor, als wäre ich erst vor kurzem hierher gezogen.

In den letzten  11 Jahren ist viel passiert. Viele Freundschaften haben sich gebildet, doch die wenigsten haben Saarbrücken die Treue gehalten. Die meisten hat es in den Ballungsraum rund um Frankfurt gezogen. Und ich bin der Highlander. Ich halte die Stellung. Seh zu, daß wir irgendwann die Stadtautobahn doch loswerden. Beobachte den Studentenrückgang. Vielleicht auch die Angliederung an Rheinland-Pfalz. Oder wie Oskar Lafontaine Ministerpräsident wird; mal wieder. Diesmal aber für die anderen Roten. Inzwischen wird noch viel Wasser die Saar fließen und die Saar wird noch häufig überlaufen.

11 Jahre. Es fehlen nur noch drei bis zu den 14 Jahren.  Das sollte ich mir als Grenze setzen und der Stadt Good-Bye sagen. Es gibt noch so viele Orte auf der Welt. Schönere Orte. Orte, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

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