Morsch

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Wie schon zuvor über Du-weißt-schon-was berichtet, haben Papa und ich meine Wohnung ein wenig gepimpt. Unter anderem, haben wir bei IKEA ein neues Badezimmerschränkchen erstanden. Die Möbel Fundgrube hat mal wieder nur billig und schlechte Qualität anzubieten gehabt. Also auf zum guten alten IKEA.

Wie das bei IKEA Möbeln der Fall ist, sie haben ein System. Hast Du einige Regale oder Schränckchen aufgebaut, hast Du eine Idee davon, wie schnell das gehen kann. Ruckzuck stand unser Exemplar. Also nix wie raus mit dem alten und rein mit dem neuen. Das hat sich als ein wenig problematisch erwiesen. Wer meinen alten Schrank kennt, der weiß, daß er neben der Dusche steht, einen Holzfußboden hat, und daher aufgrund überlaufendem Wasser ein wenig aufgequollen ist. Beim Anheben des Schrankes ist somit die ganze linke Seite erstmal am Boden kleben geblieben und löste sich vom Rest. Anschließend zerfiel es in einzelne Spansplitter. Das war ekelig. Und peinlich obendrein.

Glück im Unglück, vor dem Haus sammelte sich eine nette Sammlung Sperrmüll an. Wir haben unser Sammelstück unauffällig dazugesellt. Offensichtlich war es eine unangemeldete Sammlung, der Schrott auch Tage danach immer vor dem Haus liegt. Naja, die Hausverwaltung wird dafür sorgen und es auf die allgemeinen Kosten umrechnen.

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Du-weißt-schon-was

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Mit Lampen, und insbesondere mit Deckenlampen, habe ich eine besondere Erfahrung. Sie haben die Eigenschaft, an mir vorbeisausen zu wollen, wenn ich sie gerade anbringen will. Bereits Ende letzten Jahres machte meine langjährige Deckenlampe ihre erste und letzte Flugerfahrung. Weitere sind mir nicht bekannt, da ich mich auf keinem Schrottplatz umgeschaut habe.

Nun brachte ich neulich zusammen mit meinem Papa eine Designerlampe an die Decke an. Sie ist nicht gerade leicht und mußte an vier Haken angebracht werden. Das ganze Unternehmen hätte auch als eine Akrobatikeinlage in einem Zirkus stattfinden können, so krumm und schief haben sich unsere Rücken gebogen. Während Papa noch auf einer kleinen Zweistufenleiter stand, kletterte ich auf ein Regal und stemmte die Lampe in die Höhe — Atlas gleichend.

Im Unterschied zum griechischen Titanen der Mythologie, schwanden mir die Kräft und ich ging in die Knie - immer noch auf dem Regal balancierend. Durch das Nachgeben, verlagerte sich das Gewicht auf einen Haken, der prompt riß: Die Lampe, angezogen durch die Erdkraft, machte sich auf den Weg nach unten. Doch heroisch wie ich Martin “Atlas” Homik bin, bot ich ihr im wahrsten Sinne des Wortes die Stirn. Das Regal wackelte, kippte aber nicht um. Und Papa konnte noch rechtzeitig mit seinen kräftigen Armen die Lampe halten und retten.

Die Lampe markierte mich als ihren ebenbürtigen Gegner mit einem Blitzsymbol auf der Stirn und ich nenne sie ab sofort Du-weißt-schon-was. Zwar sah ich kein grünes Licht, da Du-weißt-schon-was zum einen weißes Licht gibt und zum anderen eh nicht am Strom angeschlossen war, aber die Sterne zählen für einen Moment auch was. Ach ja, und mein Merkmal ist ein wenig runder als das von Harry Potter.

Am Ende des Tages konnten wir dennoch mehrere Erfolge verbuchen, darunter ein leuchtendes Du-weißt-schon-was an der Decke.

Teppich raus, Laminat rein

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Am Donnerstag habe ich mir endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Der häßliche alte Teppich hat nun wirklich lange genug seinen Zweck erfüllt. Nun sollte er gegen etwas Modernes und Schönes ausgetauscht werden — gegen Laminat. Schon seit Wochen packe ich mein Zimmer zusammen und trage die Teile abends in den Keller. Am Ende war der Keller voll und lediglich die wichtigsten Sachen sollten im Bad verstaut werden. Fahrrad, Tisch und einige Regale kamen auf den Balkon; Fernseher, Stuhl und kleinere Regale auf den Flur. Schrank und Bett waren nicht transportabel, mußten also im Zimmer bewegt werden.

8 Uhr. Der erste Arbeiter kommt und montiert die Spüle ab. Eine weitere Fehlkonstruktion der Wohnung offenbart sich: Der Wasserzugang zur Wasserspüle kann nicht abgeklemmt werden. Der Haupthahn muß zugedreht werden. Das heißt aber auch, daß kein Wasser inklusive Spülung zur Verfügung stehen wird. Ich war erst abends um 21 Uhr wieder auf dem Klo. Klasse Leistung, was?

Nachdem die Spüle erledigt war, hat der gute Mann den Teppich rausgerissen. Ich befürchtete schon das Schlimmste und malte mir aus, was wohl darunter sein könnte. Schimmel? Eine zwei Zentimeter Staubschicht? Weder noch. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt — glücklicherweise. Während der Teppich gut abging, machte die Schaumunterlage Schwierigkeiten. Erst eine Maschine vereinfachte die Arbeit wesentlich. Dafür machte das Ding wahnsinnigen Lärm. So haben wir zumindest das Haus geweckt.

Gegen 13 Uhr, zwei Stunden verspätet, kamen die Laminatverleger. Ich machte mir bereits Sorgen, da sie vorraussichtlich 3-4 Stunden für die Arbeit brauchen würden, aber sie sollten auch um 16 Uhr Feierabend machen. Sie blieben bis 20 Uhr.Uff.

Ursprünglich dachte ich,ich könnte mir etwas von der Arbeit abgucken. Das Fazit ist aber anders:

  • Die Jungs waren sehr geschickt, haben alles ordentlich zugeschnitten. Die Wohnung hat erstaunlich viele Ecken und nicht gleichlange Wände, wie es sich herausgestellt hat.
  • Die haben das richtige Werkzeug. Vor allem die Zug- und Kappsäge. Aber die macht auch einen Lärm. Meine Nachbarn müssen mich ordentlich verflucht haben.
  • Als sie Laminat an der Tür verlegten, mußten sie die aushängen. Da wurde es für meine Nachbarn noch lauter.
  • Bei Gelegenheit haben sie festgestellt, daß die Tür gekürzt werden muß. Oh.
  • Dann ging der Laminat aus. Es fehlten zwei Bretter. Es war schon spät und ich befürchtete, die Jungs würden gleich einpacken und gehen. Doch sie hatten noch ein Paket auf Lager, das kurze Zeit später geliefert wurde.
  • Irgendwann war es fertig und die Spüle konnte wieder eingebaut werden. Fehlkonstruktion Nummer zwei. Die Wasseranschlüsse tropften. Erst nachdem die Schrauben so richtig bis zum Anschlag zugedreht werden konnten, hörte es auf. Der Schrecken ging langsam vorbei. Ich kontrolliere seitdem ständig,ob es tropft oder nicht. Das ist wichtig, da Wasser sehr schnell in das Laminat einsickert.

Als die Jungs fertig waren, kam ganz überraschend der Arne vorbei. Für ihn war es auch überraschend, da er meine Aktion des Tages vergaß. So entpuppte er sich als eine sehr willkommen Hilfe. Gemeinsam haben wir den Boden vom Feinstaub durch Wischen befreit, die wichtigsten Sachen aus dem Keller geholt und aufgebaut. Dann die technischen Geräte angeschlossen und schon war wieder für Entertainment gesorgt. Danke Arne!

24 Stunden liegt der Laminat in meiner Wohnung und ich fühle mich richtig wohl. Eine Sache weniger auf der Welt, die ich richtig verabscheute, ist endgültig weg. Da weiß man einfach nicht, was in dem Teppich steckte. Beim Laminat spüre und höre ich den Dreck unter den Füßen und kann ihn gleich beseitigen. Ein Schritt in Richtung Gesundheit. Ich wohne schon lange in dieser Wohnung, aber jetzt kommt auch das “Lebst Du schon?” Gefühl auf.

Streichen

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In den letzten zwei Wochen habe ich meine Energie gebündelt und in die Tat umgesetzt. Lange habe ich es vor mir hergeschoben, nun durchgezogen. Ich habe meine Wohnung nach 6 Jahren erstmals gestrichen. Wie, 6 Jahre? Wohne ich etwa schon so lange in dieser Wohnung? Ja hab ich mich denn gar nicht weiterentwickelt? hab ich etwa die Bafög Millionen so verprasst, daß ich mir keine größere Wohnung leisten kann? Komisch, wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue, wohne ich als einziger noch in so einem Mauseloch. Der ewige Student. Andererseits, die anderen sind in die Wirtschaft abgewandert und scheffeln. Hinzu kommt, daß sie alle einen Partner gefunden haben, mit dem zusammen wohnen kann. Doppelverdiener, je größer die Wohnung desto geringer ist der Anstieg in der Miete und zu Zweit kann man sich das leisten.

Egal, ich bin froh mit meiner Wohnung - Keller, Waschküche und Balkon ist inklusive. Die Lage ist ideal. Und je kleiner Wohnung, desto weniger Möbel und unnötiges zeug schafft man an. Und, desto weniger ist zu streichen. Womit ich wieder beim Thema wäre. Schon häufiger habe ich ausgeholfen, aber noch nie habe das selbst organisiert. Noch klingen mir Daniels Worte in den Ohren: “ich streiche nie wieder. Dieses blöde Abkleben nervt.” Noch war ich aber nicht an diesem Punkt angelangt. Erstmal zum Baumarkt und das offensichtliche besorgen: Farbe, Pinsel, Rolle. Da ich nicht wie ein Handwerker aussehe und zwei linke Hände habe, riet mir Arne, einen Verkäufer anzusprechen. Sein Gesicht sprach Bände noch bevor ich zum Fragezeichen meines Satzes kam: “Du nervst mit deinen blöden Fragen.” Naja, dann muß es anders funktionieren. Farbtöpfe anschauen und Beschreibung lesen. Diejenigen, die mit irgendwelchen guten Tests ausgezeichnet waren, kamen in die engere Auswahl. Am Ende wählte ich den Eimer mit der schönsten Verpackung. Sie war blau und der Schriftzug war vielversprechend “schöner wohnen”.

Wie auch immer, am Ende hatte ich mein Equipment zusammen. Einiges entpuppte sich als unentbehrlich, anderes als unnötig. Zu gebrauchen war:

  • Eine Rolle mit Teleskopstange. Das braucht man einfach für die Wände.
  • Eine kleine Rolle für die kleineren Wandflächen. Unverzichtbar.
  • Einen Pinsel mit langem Griff. Damit kommt man in alle Ecken, vor allem in die an der Decke.
  • Eine Leiter. Muß man nichts zu sagen.
  • Abkleberollen. Die halten teilweise nicht gut, sollten also nur bei Bedarf angewendet werden. Zwei unterschiedliche Breiten sollten genügen.
  • Tesa EasyCover. Abkleberolle inklusive Abdeckfolie. Die Rolle verklebt sich gerne mit der Folie die sie sich durch elektrostatische Aufladung anziehen. Das ist ein echtes Ärgernis. Doch wenn man es schafft, die Gegenstände gut abzukleben, erzielt man fantastische Ergebnisse. Würde ich jederzeit wieder nutzen.

Und im Prinzip war es das. mehr braucht man nicht. Vielleicht noch Kleidung, die man schmutzig machen kann. :-)

Flughansa

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Am Samstag war der Ronald in Saarbrücken und da ich weiß, daß er nicht so früh schlafen geht und 23 Uhr noch eine passable Zeit, beschlossen Arne, Franziska, Ronald und ich in Mels Australien Pub zu gehen. Ich kam eigentlich gerade von einer Party in Saarlouis, hatte schon ein wenig intus, aber die guten Freunde muß man doch einfach nochmal sehen. Vier Pitcher später war ich bedient. Ich ging auf Franziskas neuen Arbeitgeber, die Flughanse, zu sprechen und wurde dann doch immer müder. Kein Wunder, um drei Uhr verließen wir die Kneipe. Die Zeit ging wie im Fluge vorbei. Ich kam nach Hause und mußte erstmal mir einen Weg ins Schlafzimmer bannen: Da ich gerade renoviere, stehen sämtliche Regale vor dem Bett. Auch nachdem ich die weggeräumt habe, durfte ich mich nicht einfach so ins Bett fallen lassen, da ich sonst auf die Tischplatte, die im bett lag, knallen würde. Das erkannte ich in diesem Zustand und griff zu.

Am nächsten Morgen brummte der Schädel. Und eines kann ich Euch sagen: renovieren mit einem dicken Schädel ist keine gute Idee. Bei dem häufigen Bücken beim Abkleben oder Farbe auf den Pinsel schaufeln oder über Kopf streichen, geht einem so einiges durch den Magen. Ich beschloß, eine Pause einzulegen und ging wieder ins Bett. Irgendwann am Nachmittag war der Spuk größtenteils vorbei und ich wurde mit dem Streichen meiner Wohnung fertig. Uff.

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