Skifahrt Sölden, Teil 2

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Sonntag, 4. März. Ich stehe auf zwei Brettern im Schnee. Franziska beriet mich, wie ich am besten diesen ersten Schritt bewältige. Kurz zuvor stand ich mit Matthias in einer Filiale der Skischule Sölden: Er löste seinen Gutschein ein , um Profistunden zu erhalten, und ich meldete mich für einen Anfängerkurs ab Montag an.  Als die  Lady mich fragte, wie  ausgeprägt mein Anfängerwissen sei, um einzuschätzen, ob sie mich auf den Babyhügel schicken soll,  half Matthias  aus: “Den Schneepflug bringen wir ihm bei.” Wie sich  später herausstellte, mußte man mir lediglich den Begriff “Schneepflug” beibringen,  denn den konnte ich. Folgerichtig wurde ich korrekt “leicht fortgeschritten” eingestuft.

Man kann viel reden und reichlich Tipps entgegennehmen, aber die besten drei und wesentlichen Ratschläge kamen von Frank:

  1. Probiere es selbst.
  2. Beobachte die anderen.
  3. Habe ich vergessen

Das Skigebiet in Österreich ist groß und vielfältig. Wir fingen mit blauen Pisten an und rutschten gelegentlich auch auf den roten. Der erste Tag war intensiv, erfolgreich und sehr witzig. Und wie zu jedem guten Abschluß, gehört ein vergnügliches Apres Ski dazu. Müde, da ich die Anstrengung nicht gewohnt war, kam ich gegen 16 Uhr nach Hause. Duschen, Lesen, Entspannen, in der Küche Aushelfen, Abendessen, Schlafen. Das war so ziemlich jeden Tag der Rhytmus.

Um vorwegzunehmen, die Mittagspausen fanden stets auf irgendeiner Hütte statt. Das Essen war immer vorzüglich, reichhaltig und gar nicht mal so teuer. Die Frankfurter waren die Preise gewohnt.

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Skifahrt Sölden, Teil 1

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Samstag, 3. März. Zum ersten Mal nach 1995 entschied ich mich für einen Skiurlaub. Damals vor 11 Jahren machte ich meinen ersten und einzigen Urlaub auf zwei Brettern in Hinterstoder. Nach einer bitteren Erfahrung am ersten Tag machte ich einen Skikurs und lernte und lernte, nicht umzufallen.

Dieses Jahr, etwa 11 Jahre später, machte ich die Bemerkung, mal wieder einen Winterurlaub in Betracht zu ziehen. Das geschah auf der Geburtstagsparty von Matthias. Prompt wurde ich die halbe Nacht bequatscht, mich meinen Freunden (17! Leute in der Summe) und dem diesjährigen Skiurlaub anzuschließen. Es war sehr rührend: Innerhalb von einer Woche erhielt genügend Infos von unabhängigen Stellen zu Webseiten, Tipps zur Bekleidung, Angebote für Skianzüge, Details zu Kosten, ja sogar Freudesbekundungen zu meiner Teilnahme, obwohl ich noch gar nicht zugesagt habe. Langer Rede, kurzer Sinn: Ich fuhr mit.

Kurz vorher ließ ich mir nur noch das ok des Arztes zur (vermutlich) angebrochenen Rippe geben: “Wenn es weh tut, nimm Paracetamol. Ach ja, falle möglichst auf die nicht-lädierte Seite.”

Samstag morgen. Matthias, Kristin und Arne fahren im Golf vor. Nach einer Umpackaktion war dann das Auto mit meinem Gepäck ausgelastet. Zwischen Arne und mir lag auf dem Rücksitz eine Tasche … ähm … mehrere Taschen. Aber wir waren immer noch in der Lage, uns gegenseitig zu sehen. Die Fahrt dauerte ungefähr 10. Langweilig war uns nicht, denn die Staus haben wir mit Gesang gefüllt: Tote Hosen und Lieder, die wir besser nicht erwähnen sollten.

Das Haus in Sölden war groß. Sehr groß. Place en masse! 6 große Doppelzimmer, zwei Dreierzimmer, 7 Bäder, eine riesige Küche mit Stauraum und ein Gemeinschaftraum. Den Kellerbereich (Skikeller) haben wir nicht genutzt. Wir hatten das Glück, daß wir unsere Skier und Stiefel bei InterSport nicht weit entfernt vom Haus leihen und über Nacht deponieren konnten. Die Vorteile waren luxuriös: Das InterSport Geschäft war unterhalb der Gondelstation, daher kein Schleppen von Skiern bis zum Haus, Skier konnten über Nacht gewachst werden und die Skistiefel wurden über Nacht im Depot geheizt.

Die meisten administrativen Dinge wurden noch am Abend vor Ort erledigt. Nach dem ersten großen Abendessen (kocht erstmal für 18 Leute! Danke an alle Köche!!!), wurde es spät für mich, das Bett lockte, und die Aufregung vor dem ersten Pistengang stieg leicht. Um 10 Uhr abends glitt ich in das Reich der Träume. Das sollte die Regel für den Rest des Urlaubs sein.

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London, my London, by night

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Nach der Konferenz in Oxford fuhr ich direkt mit dem Zug nach London. Dummerweise bekam ich keinen Sitzplatz und mußte eine Stunde stehen. Für die Fahrt bis zum Hostel habe ich großzügig 90 Minuten eingeplant, es wurden weit über zwei Stunden. Ich machte mir schon sorgen, daß ich zu spät komme, da ich Tina, Julia und Carsten angekündigt habe, so gegen 18.30 Uhr da zu sein. Tina Carsten sollten sollten eine Stunde später ebenfalls am Hostel ankommen, Julia erst gegen 21.00 Uhr.

Meine Pläne für den Abend sind insgesamt durcheinandergepurzelt. Ursprünglich hatte ich die Idee, meine englischen Freunde am Freitag Abend zu treffen. Dadurch, daß die deutschen Freunde erst später eintreffen sollten, wurden diese Planung gleich abgeändert Schlußendlich konnten die englischen Freunde eh nicht ausgehen.

Jedenfalls setzte kam ich als erster am freitag an, habe eingecheckt und gleich für die anderen mitbezahlt. Das Hostel heißt übrigens Astor Museum Inn und ist direkt gegenüber dem Britischen Museum. Eine Toplage! Das Hostel selbst ist in Ordnung, die Leute waren freundlich und die Durchreisenden ganz nette Menschen. Übrigens steigt man in der Gunst der Fremden sehr hoch auf, wenn man einen Universalstromadapter dabei hat. Daran denken nämlich die wenigsten. So habe ich gleich in unserem 12er Zimmer die Lockenwickler und Handies der Damen einstöpseln können — Zack, schon ist man im Gespräch.

Gut, ich sitze immer noch vor dem Hostel und warte.In der Zwischenzeit verläßt ein sehr attraktives Mädel das Hostel und fragt mich, ob ich mit Ihr einen trinken gehen möchte. Verdammt! Das ist mir noch nie passiert. Und gerade jetzt muß ich auf meine Freunde warten, die jeden Moment eintreffen. Das hat mich gleichzeitig aufgebaut aber auch geärgert.

Meine Freunde kamen eine Stunde später. Und nicht Tina und Carsten, wie gedacht, sondern Julia. Nun darfst Du lieber Leser zu Recht einwerfen, daß wir in der modernen Welt leben und ich mich doch per Handy mit meinen Leuten in Kontakt setzen könnte. Habe ich auch: Carsten hat kein Handy und Tina hat ihres einfach nicht eingeschaltet. Soviel dazu.

Irgendwann waren alle da, wir waren hungrig, also sind wir um die Ecke zum Inder essen gegangen. Das war fantastisch und sehr lecker. Auch mein Huhn, das fälschlicherweise mit Gullasch von meinen Freunden tituliert wurde. Gut, das war noch witzig. Daß Tina aber ihre Geldbörse im Restaurant vergißt und das Fehelen erst am nächsten Tag bemerkt, war nicht witzig. Da wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht wußten, hatten wir einen super Abend. Ein dreistündiger nächtlicher Spaziergang durch London erfrischte uns: Leicester Square, Piccadily Circus, Big Ben, Thamse, The London Eye, und vieles mehr. Was wirklich gut ist, daß ich mittlerweile ohne Stadtplan durch die City laufe, so gut kenne ich die Stadt.

Übrigens, auf dem zum Leicester Square sind wir an diversen Clubs vorbei. An einem war die Schlange recht lang und Julia schloß folgerichtig, daß lange Schlangen für gute Clubs sprechen, also sollten wir am Samstag Abend dahin gehen. Carsten und ich waren dagegen: Julia entging das 3×4 Meter große Schild, auf dem erleuchtet durch sehr helle Birnen ein “GAYS” stand. Das ist eine Art blinkende Schrift auf einer Webseite. Konsequenterweise standen — oh Wunder — nur Männer an. Die wenigen Frauen, die ich sichten konnte, hockten am Borstein und übergaben sich auf die Straße. Noch Fragen. Julia hatte keine mehr.

Um 2 Uhr in der Nacht haben wir dann nach einem langen Tag wieder ins Bett gefunden. Die Nacht wurde eh kurz, da wir als Berufstieger das frühe Aufstehen gewöhnt sind.

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