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Mai 28
Das unterschiedliche Verhalten der Geschlechter schlägt sich auch in der verbalen Sprache nieder. So ist das, was er/sie sagt anders gemeint als das, was er/sie denkt. Diese Thema ist natürlich sehr erschöpfend für den ungeübten Menschenkenner; deswegen hier eine kleine Vokabelhilfestellung.
Ich habe Hunger
= Ich habe Hunger
Ich bin müde
= Ich bin müde
Schönes Kleid!
= Geile Titten!
Was ist los?
= Ich kann nicht glauben, daß du so eine Tragödie draus machst
Was ist los?
= Durch welches undefinierbare, selbsterfundenes Trauma schlägst du dich gerade durch?
Ja, dein Haarschnitt gefällt mir
= Vorher fand ich sie besser
Ja, dein Haarschnitt gefällt mir
= 50 Mack und kein bisschen anders!
Gehen wir ins Kino?
= Ich möchte Sex mit dir machen!
Kann ich dich zum Essen einladen?
= Ich möchte Sex mit dir machen!
Kann ich dich mal anrufen?
= Ich möchte Sex mit dir machen!
Wollen wir miteinander tanzen?
= Ich möchte Sex mit dir machen!
Du siehst angespannt aus, soll ich dich massieren?
= Ich möchte Sex mit dir machen!
Was ist los mit dir?
= Ich schätze, das das mit dem Sex heute nacht nichts wird …
Ich langweile mich
= Willst du mit mir schlafen?
Ich liebe dich auch
= Okay, ich habe es gesagt, und jetzt können wir miteinander schlafen
Reden wir
= Ich möchte gut auf dich wirken, damit du glaubst, ich wäre eine tiefgehende Person, und dann willst du vielleicht auch mit mir schlafen
Willst du mich heiraten?
= Ich will, daß es illegal wird, wenn du mit anderen Männern ins Bett gehst
Mai 28
Das unterschiedliche Verhalten der Geschlechter schlägt sich auch in der verbalen Sprache nieder. So ist das, was er/sie sagt anders gemeint als das, was er/sie denkt. Diese Thema ist natürlich sehr erschöpfend für den ungeübten Menschenkenner; deswegen hier eine kleine Vokabelhilfestellung.
Ja = Nein
Nein = Ja
Vielleicht = Nein
Es tut mir leid
= Das wird Dir leid tun
Wir brauchen
= Ich will
Entscheide du
= Die richtige Entscheidung müßte offensichtlich sein
Mach wie du willst
= Dafür wirst du noch zahlen
Wir müssen reden
= Ich muß mich über etwas beschweren
Natürlich, mach es wenn du willst
= Ich möchte nicht, daß du es machst
Ich bin nicht sauer
= Natürlich bin ich sauer, du Arschloch!
Du bist so männlich
= Du sollst dich mal wieder rasieren! (oder eine neue Jogginghose zulegen …)
Du bist heute wirklich nett zu mir
= Kann es sein, daß du immer an Sex denkst?
Mach das Licht aus
= Ich habe Zellulitis
Die Küche ist so unpraktisch
= Ich möchte ein neues Haus/eine neue Wohnung
Ich möchte neue Vorhänge
= und Teppiche, und Möbel, und Tapeten
Ich habe ein Geräusch gehört
= Ich habe gemerkt, daß du eingeschlafen bist
Liebt du mich?
= Ich möchte dich nach etwas Teuerem fragen
Wieviel liebst du mich?
= Ich habe etwas gemacht, was dir nicht gefallen wird zu hören
Du mußt lernen zu kommunizieren
= Du mußt einfach nur meiner Meinung sein
Nichts, wirklich
= Es ist nur, daß du ein riesengroßes Arschloch bist
Mai 24
Oft kommt der Mann in eine Situation, in der eine Schönheitslüge angebracht ist. Folgende Anleitung gibt dem Mann die richtigen Antworten auf verhängnisvolle Fragen, und verrät der Frau die Tricks der Männer.
- An was denkst Du gerade?
- Liebst Du mich?
- Findest Du, daß ich dick bin?
- Findest Du sie hübscher als mich?
- Was würdest Du tun, wenn ich sterbe?
Was diese Fragen so schwierig macht, ist die Tatsache, daß ein nicht unerheblicher Streit entbrennen könnte, wenn der Mann falsch antwortet (also die Wahrheit sagt …) Deshalb: Holzauge, sei wachsam. Als kostenloser Service anbei eine Analyse der einzelnen Fragen mit möglichen Antworten! Aber Vorsicht, Frauen sind ja so unkompliziert.
FRAGE 1: An was denkst Du gerade?
Die richtige, stressvermeidende Antwort ist: ,,Entschuldige Schatz, wenn ich gerade unaufmerksam war. Ich dachte nur gerade, was für eine wunderbare, warmherzige, intelligente und schöne Frau Du bist und was für ein Glück ich habe, mit Dir zusammen sein zu dürfen.” Man beachte den Tonfall: Nicht zu lieblos wirken! Diese Antwort hat (natürlich) nichts mit der Wahrheit zu tun, die mit Sicherheit eine von diesen Möglichkeiten wäre:
- Fußball
- Formel 1
- Wie dick du bist.
- Wieviel hübscher die andere doch ist.
- Wofür ich das Geld deiner Lebensversicherung ausgeben würde, wenn Du stirbst.
Die vielleicht beste Antwort auf diese Frage gab Al Bundy seiner Frau Peg, als er sagte: Wenn ich Dich wissen lassen wollte, was ich denke, würde ich’s Dir sagen.
FRAGE 2: Liebst Du mich?
Die korrekte Antwort ist natürlich ,,JA!”, oder, falls Sie gerade gesprächig sind: ,,JA, Schatz!”
Inkorrekte Antworten (also absolut tabu) sind u.a.:
- Ich glaube schon.
- Würdest Du dich besser fühlen, wenn ich JA sage?
- Kommt drauf an, was Du mit Liebe meinst.
- Macht das einen Unterschied?
- Sprichst Du mit mir?
FRAGE 3: Findest Du, daß ich dick bin?
Die richtige Antwort ist: ,,Natürlich nicht!”. Mit einem leicht empörten Unterton; wie kann sie nur so eine Frage stellen!
Falsche Antworten sind u.a.:
- Verglichen mit was?
- Ich würde nicht dick sagen, aber richtig dünn bist Du auch nicht.
- Die paar Extra-Kilos stehen Dir gut.
- Ich hab’ schon Dickere gesehen.
- Könntest Du die Frage wiederholen? Ich dachte gerade darüber nach, wofür ich das Geld deiner Lebensversicherung ausgeben würde, wenn Du stirbst.
FRAGE 4: Findest Du sie hübscher als mich?
Ähnlich wie bei Frage 3 ist die Antwort: ,,Natürlich nicht!”. Gerne auch mit dem empörten Unterton von vorhin.
Auf keinen Fall sollten Sie dieses antworten:
- Ja, aber Du hast einen besseren Charakter.
- Nicht hübscher, aber auf jeden Fall dünner.
- Nicht so hübsch wie Du, als Du in ihrem Alter warst.
- Was meinst Du mit hübsch?
- Könntest Du die Frage wiederholen? Ich dachte gerade darüber nach, wofür ich das Geld deiner Lebensversicherung ausgeben würde, wenn Du stirbst.
FRAGE 5: Was würdest Du tun, wenn ich sterbe?
Eine äußerst hinterhältige Frage, da es hier keine definitiv richtige Antwort gibt. Die ehrliche Antwort wäre so etwas wie ,,Einen Porsche kaufen; vom Geld deiner Lebensversicherung”, aber das ist natürlich tabu. Egal, was Sie hier antworten, stellen Sie sich auf eine längere (mind. 60 min) Diskussion ein, die sich so oder so ähnlich anhören wird:
SIE: Würdest Du wieder heiraten?
ER: Auf keinen Fall!
SIE: Warum nicht - bist Du nicht gerne verheiratet?
ER: Ja schon.
SIE: Warum würdest Du dann nicht nochmal heiraten?
ER: Ok, ich würde wieder heiraten.
SIE: Du würdest? (mit einem leicht entsetzten Gesichtsausdruck.)
ER: Ja.
SIE: Würdest Du mit ihr in unserem Bett schlafen?
ER: Wo sollte ich sonst schlafen?
SIE: Würdest Du meine Bilder wegtun und anstellen dessen Bilder von Ihr aufstellen?
ER: Das wäre dann ja wohl angebracht.
SIE: Und würde Sie mit meinen Golfschlägern spielen?
ER: Nein, sie ist ja Linkshänderin …
usw. …
Mai 24
Ein weiteres Beispiel für die immensen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Tschuldigung, gilt nicht für alle Frauen, nur für die Tussis.
Männer:
- Motor abstellen
- Austeigen, In die Sparkasse gehen
- Karte reinstecken
- Code eingeben
- Karte und Geld nehmen und gehen
Frauen:
- Ankommen (vorausgesetzt man kann vorwärts einparken)
- Make-Up im Rückspiegel kontrollieren
- Motor aus
- Schlüssel in die Handtasche stecken
- Reingehen
- Karte in der Handtasche suchen
- Karte reinstecken
- In der Handtasche nach der OB-Packung suchen, auf der der Code notiert ist
- Code eingeben
- Einige Minuten die Bedienungsanweisung studieren
- “Abbruch” drücken
- Code wieder eingeben
- Kontostand prüfen
- Briefumschlag in der Handtasche suchen
- Stift in der Handtasche suchen
- Kontostand auf dem Briefumschlag notieren
- Bedienungsanleitung studieren
- Geld ziehen
- Ins Auto steigen
- Make-Up kontrollieren
- Schlüssel suchen
- Motor anlassen
- Make-Up kontrollieren
- Losfahren
- Anhalten
- Umkehren
- Aussteigen
- Karte aus dem Automat nehmen
- Einsteigen
- Karte in die Brieftasche stecken
- Quittung wegstecken
- Geldentnahme notieren
- In der Handtasche Platz für die Brieftasche machen
- Make-Up kontrollieren
- Losfahren
- Fünf Kilometer weit fahren
- Handbremse lösen
Mai 22
Nach der Geburt muß der Mann noch genau zweimal in seinem Leben einen wärmenden, schützenden Schoß verlassen. Das erstemal, wenn er sein Kinderzimmer räumt. Das zweitemal, wenn er seine kuschelig-miefige Junggesellen-WG verläßt, um mit einer Frau zusammenzuleben. Für viele Männer ist dieser Schritt das wahre Geburtstrauma. Denn die Männer-WG ist ein friedlicher, idyllischer Ort, eine arkadische Landschaft aus verstreuten Tennissocken, Bundesliga-Stecktabellen, getrockneten Zimmerpalmen und Sophie-Marceau-Plakaten. Der Schock ist groß, wenn wir aus diesem Paradies vertrieben werden.
Vielleicht läßt sich die Männer-WG am besten anhand ihres spirituellen Mittelpunktes erklären. Es ist der Bierkasten. Oder, richtiger: Die Kästen Bier. Ganz egal, ob aus diesem getrunken wird, oder nicht - es geht immer darum, ,,einen Kasten Bier im Haus zu haben”. Dieser Kasten Bier ist der augenfällige Beweis einer grundehrlichen, geradezu bauarbeiterhaften Bodenständigkeit, die wir uns trotz unserer lahmen Schlipsträger-Jobs bewahrt haben. Ein Mann braucht einen Bierkasten, um einem anderen Mann seine Zuneigung auszudrücken: ,,Komm doch mal vorbei, wir haben auch `n Kasten Bier im Haus.”
Der Kasten dient außerdem als Legitimation aller möglichen Aktivitäten, die ohne ihn ziellos, ja lappisch erscheinen würden: ,,Dann trommeln wir ein paar Leute zusammen, schnappen uns einen Ball, gehen in den Park, und wir bringen einen Kasten Bier mit.” Zum Kasten Bier gehören in der Männer-WG zahlreiche Rituale, etwa das, keinen Flaschenöffner zu haben, um die Flasche wortlos mittels Feuerzeug, Rohrzange, Tischkante oder am Kasten selbst zu öffnen - wobei die letzte Variante sicher die schönste ist, der Kasten Bier als vollkommenes geschlossenes System. Kein Wunder übrigens, daß man Männer, die lange in Männer-WGs gelebt haben, oft an einer kronkorkenförmigen Narbe unter der Fußsohle erkennt.
Mit dem Kasten Bier, dessen Bedeutung gar nicht zu überschatzen ist, hängt ein anderes Männer-WG-typisches Phänomen zusammen. Was den Protestanten ihr Kirchentag, den Ravern ihre Love-Parade, den Telekom-Aktionären ihre Hauptversammlung, das sind den in WGs organisierten Männern die internationalen Fußballturniere EM und WM: ein großes sinnstiftendes Gemeinschaftserlebnis. Allein das Bewußtsein, daß es sich zur selben Zeit Millionen andere genauso mit Erdnußflips und einem Kasten Bier vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben, schafft jenes quasi-erotische Zusammengehörigkeitsgefühl, das man sonst nur durch Einnahme von Ecstasy oder die Ausschüttung einer schönen Dividende erreicht.
Fast so wichtig wie der Kasten Bier ist der blaue Müllsack. Er reduziert nicht nur die Gänge zum Container auf einen pro Monat, er garantiert auch, daß der Kontakt zu den Eltern nicht völlig abreißt: Etwa alle sechs bis acht Wochen schleppen WG-Männer ihre Schmutzwäsche in dem von innen feucht beschlagenen blauen Müllsack zu Mama. Denn die Männer-WG hat keine Waschmaschine oder benutzt sie nicht. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, ebensowenig wie die diversen Sedimentschichten Schmutzgeschirr. Vielmehr kommt es in Männer-WGs zu einer physikalischen Anomalie von kosmischen Ausmaßen: Das Gesetz, daß Energie nicht verloren gehen kann, wird in jeder Männer-WG tagein, tagaus aufs neue widerlegt. Energie wird hier spurlos abgesaugt, bis selbst der größte Ehrgeizling seine Aktivitäten darauf beschränkt, eine Kuhle in die Fernsehcouch zu sitzen und ab und zu ,,machen wir morgen” und ,,bloß keinen Streß” zu nuscheln. Wenn überhaupt, denn nach jahrelangem Zusammenwohnen beschränkt sich die verbale Kommunikation in der Männer-WG zumeist auf verschiedene Intonationen des Koseworts ,,Alter”. ,,Alter” ohne Betonung bedeutet: ,,Hallo, wie geht’s, wie war dein Tag?” ,,Alteeer”, gedehnt: Ausdruck großer Begeisterung und Anerkennung, etwa wenn ein Mitglied der WG Pizza geholt hat. ,,Alter!”, nachdrücklich: Du stehst im Bild.
Man merkt schon, in der Männer-WG herrschen vorzivilisatorische Zustände. Viele dort praktizierten Verhaltensweisen sind nur als tiefverwurzelter Aberglaube zu erklären: Nie den Klosettdeckel runterklappen, das bringt Unglück! Die hinteren Regionen des Kühlschranks sind geschützter Lebensraum für mutierte Nahrungsmittel und für Menschen tabu!
Comic-Lektüre erleichtert den Stuhlgang! Das heikle Thema Toilettenlektüre hat in diesem Zusammenhang besondere Beweiskraft: Wir Männer wollen es uns überall so gemütlich wie möglich machen. Wir werden von einem Nesttrieb gesteuert, wie er in der Tierwelt kein zweites Mal vorkommt. Wir haben den Schrebergarten, die Eckkneipe und die Business-Class erfunden, damit wir es überall schon heimelig haben: in der ,,Kolonie kleine Zuflucht”, in ,,Lothi’s Prapelstübchen”, in der ,,Executive-Lounge”. Und eben in der Männer-WG.
Aus diesem Biotop werden wir jäh herausgerissen, wenn wir zum ersten Mal in unserem Leben mit einer Frau zusammenziehen. Als unsere Männer-WG von der Faust der heterosexuellen Anziehung zerschmettert wurde, ereilte alle meine Freunde dasselbe Schicksal: Frauen, die in das Zusammenleben uns vorher völlig unbekannte Komponenten hereinbrachten. Vor allem kalte, schneidende Vernunft: ,,Wieso einen ganzen Kasten? Das trinken wir doch nie!” Früher kauften wir Lebensmittel stückweise im Spatkauf der Tankstelle, jetzt bekommen wir Einkaufszettel an die Hand, die in der Reihenfolge der Warenregale im Verbrauchermarkt geordnet sind. Vorbei ist es auch mit der geradezu Biolekschen Harmoniesucht, die wir aus der Männer-WG gewohnt waren. Zum ersten Mal stellen wir fest, daß man Probleme auch anders lösen kann, als sie vorm Fernseher oder auf dem Klo auszusitzen. Wir lernen, daß es außerhalb der Männer-WG nicht zur Versöhnung reicht, dem anderen ein blutiges Steak zu braten.
Am gravierendsten aber ist das Ende der Gemütlichkeit. In der Männer-WG kamen Kumpels vorbei (,,Habt ihr `n Kasten Bier da?”), heute haben wir Gäste. Wir werden plotzlich gezwungen, uns Gedanken zu machen über Tischdecken, Menüabfolgen und Gesprächsstoff, wo früher die Pizza aus dem Karton alle drei Probleme auf einmal löste (,,Mann, ist die Pizza heute wieder schmierig.” - ,,Kannste laut sagen.” - ,,MANN; IST DIE PIZZA …”, usw.).
Wahrend der Mikrokosmos Männer-WG sich selbst genug ist, geraten wir nun ständig mit der Außenwelt in Berührung: mit Theatern, Museen, Einrichtungshäusern und mit den Müllcontainern hinten auf dem Hof. Erst im Zusammenleben mit einer Frau werden wir langsam zu funktionstüchtigen Mitgliedern der sozialen Gemeinschaft. Aber diese Evolution vom Höhlenbewohner zum Homo lebensgefaehrtiensis ist ein schmerzhafter Prozeß, der uns viele Opfer abverlangt: Zum Beispiel Kurts Hemden-Trick, der einem das Bügeln ersparte: ein ungebügeltes Hemd einen Tag lang unter einem Pullover anziehen, so daß es am nachsten Tag nicht mehr ungebügelt aussieht, sondern so, als sei es gebügelt worden und dann am Körper zerknittert. Nun kann man das Hemd noch zwei Tage ohne Pullover anziehen! Wir haben ihn dafür bewundert, Beate hat ihm nahegelegt, einen Bügelkurs zu belegen. Frank pflegte seinen Sessel so vor den Fernseher zu schieben, daß er den Fuß bequem auf den Fernsehtisch auflegen konnte, um mit der nackten Zehe die Programme zu wechseln und die Lautstärke zu regeln. Eine schöne, körperliche Form von Interaktivität, eine symbiotische Einheit von Mensch und Medium, die langen Fernsehabenden eine geradezu metaphysische Qualität verlieh. Karla hat einfach neue Batterien für die Fernbedienung gekauft, nachdem sie zusammengezogen sind.
Vorbei die Zeiten, da wir uns mit dem heißen Eierwasser einen zeit- und energiesparenden Beuteltee aufgossen. Noch schwerer aber fällt es uns, Nudeln plötzlich ohne Hilfe der Kuchendecke zu kochen. In unserer Männer-WG hatten wir nämlich einen genialen Trick entwickelt, auf den man in Christiane Herzogs Kochstudio lange warten kann: Um festzustellen, wann Spaghetti fertig sind, nimmt man ein paar aus dem Topf und schleudert sie an die Decke. Fallen sie wieder herunter, so sind sie noch zu hart. Bleiben sie kleben, sind sie genau richtig.
Buon appetito!
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