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Sep 30
Schon beim ersten Lesen habe ich mich gefragt,warum Harry “Try for some remorse!” zu Tom Riddle sagt. Heute, nachdem ich mal wieder durch das Hörbuch bin, weiß ich es. Hermine hat kurz nach Dumbeldores Tod die Bücher aus der verbotenen Bibliothek kommen lassen (Accio). Darunter war eines, das über Horcruxe berichtete. Am Rande hat Dumbledore eine Bemerkung geschrieben: “Eine zerrissene Seele kann nur durch ‘Remorse’ wieder geheilt werden.”
Die zweite Erkenntnis kam einige Tage später. Ich habe mich ebenfalls gewundert, was das für ein Ding ist, als Harry Potter sich im Wald töten ließ. Es war mir klar, daß es was mit Tom Riddle zu tun hatte. Und klar, es war der siebte Teil Tom Riddles Seele, die sich noch in Harry befunden hat. Wichtig ist hier, daß diese eine jämmerliche Figur abgibt, ängstlich und schwach ist. Dieser Teil Voldemorts kann nicht mehr zurück und wird in dieser Welt bleiben. Letztendlich sterben. Dies jedoch gibt Harry die Gewißheit, daß Tom Riddle den Tod fürchtet.
Mir stellt sich die Frage, ob Tom Riddle während seines Ohnmachtsanfalls nach dem Duell ebenfalls in einer solchen Traumwelt war. Und ob er dort Furcht erfahren hat.
Ich finde das spannend. Nach all der Zeit, stoße ich immer wieder auf Details.
Sep 03
Es ist soweit. Die Vorfreude darf aufgebaut werden. Wie immer wird die Vorfreude lange dauern, den der Filmkommt erst am 17.7.2009 in die Kinos. Genießt also den neuen Harry Potter and the Half-Blood Prince trailer.
Nov 14
Es ist lange genug her und ich kann keine Rücksicht mehr auf die nehmen, die den letzten Band noch nicht gelesen haben. Es ist ohnehin schwierig, nicht an der Geschichte vorbeizukommen.
Ich habe den letzten Band mehrfach gelesen und gehört. Und immer wieder fallen mir neue Details auf. Und gerade eben habe ich keine Antwort auf eine offensichtliche Frage. Warum wählt Harry Potter den “Expelliarmus” Zauber, obwohl er weiß, daß er Tom Riddle töten muß? Spekulierte er darauf, daß der Avada Kedavra Fluch auf Tom Riddle zurückfällt, weil die Elder Wand sich nicht gegen ihren wahren Master wenden würde? Es gibt Hinweise im Dialog zwischen den Kontrahenten: “It comes down to this, doesn’t it? Does the wand in your hand know that its last true master was disarmed? Because if it does, I am the true master of the Elder Wand.” Woher wußte er dann aber, daß die Elder Wand sich gegen Tom Riddle wenden würde? Wäre der erste Tötungsversuch im Wald, als Tom Riddle kollabierte der Hinweis darauf? Warum sonst sollte Tom das Bewußtsein verlieren? Es hatte bestimmt nichts mit dem Horcrux in Harry Potters Körper zu tun, da Tom Riddle die Vernichtung der anderen Horcruxe auch nicht wahrnehmen konnte. Demnach müßte schon da die Elder Wand sich gegen Tom Riddle gewendet haben. Der Grund warum er nicht getötet wurde ist, daß er Harry nicht töten konnte. Das heißt aber auch, daß die Elder Wand im Kampf gegen Harry sowohl sich gegen Harry als auch gegen den unrechtmäßigen Benutzer wendet.
Aber wenn meine Vermutung stimmt, dann muß ich sagen, daß Harry unglaublich gut im Erkennen der Zusammenhänge geworden ist. Und die Szene im Wald so einfach sie scheint, die komplexeste in der ganzen Reihe ist und viel Genialität enthält. Genau hier bekommt die Redewendung “Neither can live while the other survives” eine doppelte Bedeutung. Oder gibt es nur die eine Bedeutung? Anstatt Tom Riddle zu töten, muß Harry lediglich den Horcrux in seinem Körper töten und Tom Riddle dürfte in dem Fall weiterleben. Warum sonst sollte Harry Tom auffordern zu: “Try for some remorse!”, bevor er ihn tötet. Auf der anderen Seite sagt Harry “One of us is about to leave for good.”, was mit dem bevorstehenden Tod einer der beiden übersetzt werden könnte. Die wörtliche Übersetzung heißt aber “Einer von uns beiden wird weggehen müssen”, was wesentlich weicher ausgelegt werden kann und nicht unbedingt den Tod bedeuten muß. Man könnte sich vorstellen, daß Tom lediglich ins Gefängnis geschickt wird.
Schwierig. Eigentlich könnte ich in den Foren nach der Antwort suchen, aber ich bin zu faul und frage Euch, meine lieben Freunde und Fans, was ihr dazu meint.
Nachtrag: Mir fällt gerade ein, daß Harry Potter sich aus ganz anderem Grund sicher sein kann, daß er nicht getötet werden kann. Lilly Potters Schutz ist immer noch in Tom Riddles Blut aktiv. Eine ziemlich konfortable Position für Harry, nicht wahr.
Aug 15
Ich liege mit meiner Urlaubsplanung in der Zeit. Meine Bestellung bei Foto Erhardt ist unterwegs (leider ohne die Crumpler Tasche), ein Stativ habe ich auch schon (und gestern Abend getestet), die Typhus Impfung ist ebenfalls intus, jetzt fehlen noch Kleinigkeiten und packen. Es wird stressfreier. Wenn das im Job auch so geschmeidig gehen würde? Ich habe nur noch zwei Tage, um eine Publikation zu schreiben. Der Großteil steht eigentlich, aber eigentlich hätte ich gerne mehr Zeit dafür. Leider kommt ständig etwas dazwischen, das auch noch dringend erledigt werden muß. Da ich nur halbtags arbeite, müssen manche Aktivitäten beschnitten werden. Neulich habe ich festgestellt, wo ich am produktivsten bin: Im Wartezimmer von Ärzten. Keiner belangt Dich und Du kannst in aller Ruhe Papiere lesen. Ich gehöre vermutlich zu den wenigen, die ein Lächeln auf dem Lippen haben, wenn das Wartezimmer voll ist. Dann kannst ich mit 45-60 Minuten konzentrierter Arbeit rechnen. Wenn ich aufgerufen werde, nehme ich mein Zeug gleich mit in den Besprechungsraum, da die Ärzte in der Regel noch im Nebenraum einen anderen Patienten begutachten müssen. Ich habe keine Zeit zu verschenken. Vor einigen Monaten hat mir ein Arzt einer Gemeinschaftspraxis über die Schulter geschaut, weil ich mich mit Papier und Stift doch ein wenig ausgebreitet habe. Hey, aber immerhin beschwere ich mich nicht und stehe voll zur Verfügung, wenn es soweit ist.
Der heutige Mittwoch ist ein Feiertag im Saarland, wofür ich echt dankbar bin. Aus irgendeinem Grund war ich richtig müde. So habe ich nicht nur lange ausgeschlafen, nein, ich habe gleich nach dem Frühstück und später nach dem Duschen nochmal das Bett aufgesucht. Was zuviel ist, ist zuviel. Das dachte ich mir auch und schwang mich am späten Nachmittag aufs Rennrad und bin eine neue Strecke gefahren. Erst die Saar entlang und in Bous bog ich gen Westen in Richtung Frankreich ab. Dort bin ich noch nie gefahren, aber die Strecke war wahrlich schön. Insbesondere die sieben Kilometer durch den Wald (Der Warndt) waren herrlich, denn es war ein richtiger Wald. Die Straße war teilweise schlechter Asphalt aber eine Entspannung fürs Auge. Leider mußte ich aus Zeitgründen und wegen Hunger die kleinere Runde machen, wobei die mich auch schon auf erstaunliche 62 km brachte. Mal schauen, ob ich am WE die größere Runde machen kann, denn dann geht es noch viele Kilometer mehr durch den Wald (15 km länger). Und dann werde ich auch vorher gut essen, denn nur mit einem Frühstück im Bauch macht das Fahren keinen Spaß. Und die Kinderriegel wurde noch nicht ausgiebig von Sportwissenschaftlern auf ihre Wirkung untersucht.
Dennoch, das ganze Training seit März macht sich langsam bemerkbar. Fett schwindet, ich nehme ab, Muskeln bauen sich auf, und auch der Ruhepuls hat mich heute morgen mit 65 Schlägen positiv überrascht. Ich bin mal gespannt, ob ich ihn nächstes Jahr unter 60 drücken kann.
Zuletzt mal wieder eine sich wiederholende Bemerkung. Ich habe schon wieder die letzten 100 Seiten von Harry Potter gelesen. Und ich habe schon wieder geheult. Irgendwann werde ich das Buch nochmal komplett lesen und irgendwann werde ich alle sieben Bände komplett lesen. Doch vorerst sollte ich diese wegsperren und mich anderen Dingen widmen.
Jul 25
Ich verrate nichts, Ihr könnt lesen.
Ich bin ein Harry Potter Fan. Nicht fanatisch, aber ich kenne mich durchaus gut darin aus. Pünktlich zum Liefertermin stand ich eine halbe Stunde vor Öffnung der Ladentüren des Thalia davor und gesellte mich zu den zwei Kindern, die schon ganz sehnsüchtig mit einem seeligen Blick die Bücher hinter der Fensterscheibe begafften. Das kleine Mädel war Britin und hat schon ihren Papa um 6.30 Uhr aus dem Bett geholt. Ich weiß nicht, wie lange sie schon vor dem Laden wartete, aber der Papa hat diesen einmaligen Augenblick brav auf Video festgehalten. Der Junge kam aus Brasilien und hat sich selbst bestraft, indem er im Internet eine Kopie fand und schon das Ende kannte. Er war zwar redselig, aber mit mit als Erwachsenem an seiner Seite, hielt er sich an den Rat, nichts zu verraten.
Unser kleiner Haufen wurde dann auch von einer SR Reporterin - nettes Schneckchen - interviewt. Gespielt motiviert habe ich meine Sicht der Dinge geschildert. Auf die Frage, wer sterben soll würde, antwortete ich zu ihrem Erstaunen, daß mir das egal wäre, da es auf eine gute Geschichte mit raffinierten Pointen ankommt. Im anschließenden Plausch verriet mir die Reporterin -nein, nicht ihre Adresse - sondern, daß sie schon tags zuvor drei Exemplare hatte, die sie pünktlich drei Lesern um eins in der Nacht lieferte. Um die richtigen Fragen zu stellen, mußte sie leider das Ende lesen, was sie doch gestört hat, da sie ähnlich im Harry Potter Fieber war.
Mit der Zeit gesellten sich weitere Leute, jung und alt, zu uns. Man kam ins Gespräch und so erzählte jeder seine Harry Potter Mania Geschichte. Einer hat bis um 5 Uhr in der Nacht gearbeitet, drei Stunden geschlafen, um pünktlich den siebten band in der Hand zu halten. Ein anderer zog in Erwähnung zum Frankfurter Flughafen zu fahren, da die schon um 1 Uhr in der Nacht Verkaufsstart hatten. Wie wohl auch in anderen, denn andere Leute berichteten von Freunden, die schon auf Seite 200 sind.
Die Türen gingen auf und 20 Leute stürmten in den Laden. Ich bezahlte und machte mich gleich auf den Heimweg. Doch schon auf dem halben Wege machte ich im Ubi Roi Rast und bestellte mir auf den nüchternen Magen erstmal einen Cappuccino, der mich dann die ersten zwei Kapitel begleitete. Das war ein sehr schöner Morgen.
Was soll ich sagen, die Geschichte hatte mich sofort begeistert und ich konnte nicht aufhören. Trotz Tour de France und Saarspektakel habe ich in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2.30 Uhr das Buch beendet. Ich habe einfach keine Pause machen können. Die Nacht war kurz, aber sie war es wert. Montag morgen rief dann Peter und wir konnten gleich mal ein wenig fachsimpeln.
YEAH!
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