Mein Lieblingsverlag, Orbit Books, führt seit kurzer Zeit einen Weblog. Es gibt eine Kategorie für Neueste Bücher. Cool, nie wieder die Ankündigung eines neuen Buches verpassen. Das ist eine Funktion, die ich schon immer bei Amazon vermißt habe.
Es ist lange genug her und ich kann keine Rücksicht mehr auf die nehmen, die den letzten Band noch nicht gelesen haben. Es ist ohnehin schwierig, nicht an der Geschichte vorbeizukommen.
Ich habe den letzten Band mehrfach gelesen und gehört. Und immer wieder fallen mir neue Details auf. Und gerade eben habe ich keine Antwort auf eine offensichtliche Frage. Warum wählt Harry Potter den “Expelliarmus” Zauber, obwohl er weiß, daß er Tom Riddle töten muß? Spekulierte er darauf, daß der Avada Kedavra Fluch auf Tom Riddle zurückfällt, weil die Elder Wand sich nicht gegen ihren wahren Master wenden würde? Es gibt Hinweise im Dialog zwischen den Kontrahenten: “It comes down to this, doesn’t it? Does the wand in your hand know that its last true master was disarmed? Because if it does, I am the true master of the Elder Wand.” Woher wußte er dann aber, daß die Elder Wand sich gegen Tom Riddle wenden würde? Wäre der erste Tötungsversuch im Wald, als Tom Riddle kollabierte der Hinweis darauf? Warum sonst sollte Tom das Bewußtsein verlieren? Es hatte bestimmt nichts mit dem Horcrux in Harry Potters Körper zu tun, da Tom Riddle die Vernichtung der anderen Horcruxe auch nicht wahrnehmen konnte. Demnach müßte schon da die Elder Wand sich gegen Tom Riddle gewendet haben. Der Grund warum er nicht getötet wurde ist, daß er Harry nicht töten konnte. Das heißt aber auch, daß die Elder Wand im Kampf gegen Harry sowohl sich gegen Harry als auch gegen den unrechtmäßigen Benutzer wendet.
Aber wenn meine Vermutung stimmt, dann muß ich sagen, daß Harry unglaublich gut im Erkennen der Zusammenhänge geworden ist. Und die Szene im Wald so einfach sie scheint, die komplexeste in der ganzen Reihe ist und viel Genialität enthält. Genau hier bekommt die Redewendung “Neither can live while the other survives” eine doppelte Bedeutung. Oder gibt es nur die eine Bedeutung? Anstatt Tom Riddle zu töten, muß Harry lediglich den Horcrux in seinem Körper töten und Tom Riddle dürfte in dem Fall weiterleben. Warum sonst sollte Harry Tom auffordern zu: “Try for some remorse!”, bevor er ihn tötet. Auf der anderen Seite sagt Harry “One of us is about to leave for good.”, was mit dem bevorstehenden Tod einer der beiden übersetzt werden könnte. Die wörtliche Übersetzung heißt aber “Einer von uns beiden wird weggehen müssen”, was wesentlich weicher ausgelegt werden kann und nicht unbedingt den Tod bedeuten muß. Man könnte sich vorstellen, daß Tom lediglich ins Gefängnis geschickt wird.
Schwierig. Eigentlich könnte ich in den Foren nach der Antwort suchen, aber ich bin zu faul und frage Euch, meine lieben Freunde und Fans, was ihr dazu meint.
Nachtrag: Mir fällt gerade ein, daß Harry Potter sich aus ganz anderem Grund sicher sein kann, daß er nicht getötet werden kann. Lilly Potters Schutz ist immer noch in Tom Riddles Blut aktiv. Eine ziemlich konfortable Position für Harry, nicht wahr.
Robert Jordan ist der Autor des Fantasyepos “Das Rad der Zeit” (engl. Wheel of Time). Es umfaßt 11 Bände, kein Band hat weniger als 700 Seiten. Die Geschichte ist so komplex geworden, daß ich mich fragte, wie man diese noch beenden kann. Für mich steht Das Rad der Zeit auf gleicher Höhe mit Herr der Ringe.
Im März 2006 wurde Robert Jordan eine seltene und tödlich verlaufende Krankheit diagnostiziert. Trotz schlechter Prognosen, schrieb er auf Drängen der Fangemeinschaft am letzten Band des Epos. Laut Aussagen solle dieser 1500 Seiten lang sein. In seinem Blog informierte und ermutigte er immer wieder seine Fans, geduldig zu sein. Robert Jordan konnte sein Lebenswerk nicht beenden, er starb im September 2007. Das Ende vom “Rad der Zeit” gab er an seine Frau und an seine Vertrauten weiter. Tor Books wird im Rahmen eines Vermächtnisses an einer Fertigstellung und Veröffentlichung arbeiten.
Wer Fantasybücher liebt, sollte auf keinen Fall auf Robert Jordans Bücher verzichten. Monatelang verfolgte ich seinen Blog und hoffte auf eine Veröffentlichung des letzten Bandes noch zu Lebzeiten.

Endlich habe ich dieses Buch beenden können. Die Rezension des Buch ist hier zu finden. An dieser Stelle möchte ich diskutieren, welche persönliche Konsequenz ich aus dem Fazit des Buches ziehe.
Als Informatiker und vor allem als Wissenschaftler bin ich insbesondere betroffen, da ich eher zum analytischen statt zum kreativen Denken angeleitet werde. Man muß ja nur nach Indien schauen, wo massenweise Arbeitskräfte meine Arbeit zu einem viel günstigeren Preis erledigen können. Nun hat Programmieren ja auch etwas mit Kreativität zu tun, aber das gilt auch für die Inder. Viel wichtiger als die Kreativität im Programmieren ist die Kreativität der Idee - die Innovation selbst.
Design. Design zählt nicht viel in der Wissenschaft, es sei denn man arbeitet im Bereich der Benutzerschnittstellen. In der Wirtschaft entscheidet Design darüber, ob es ein erfolgreiches und den Massen zugängliches Produkt wird, oder nicht. Ein schönes Design kann ausschlaggebend sein bei einer Kaufentscheidung zwischen zwei Produkten. Siehe auch die positive Resonanz auf das iPhone.
Konsequenz: Im Falle von e-Portfolios ist eine ansprechende graphische Benutzerschnittstelle ausschlaggebend. Unter der Haube kommt es auf gute und saubere Programmierung an. Dazu zählt der Einsatz von bewährten Mustern, eine konsistente Programmiertechnik, und vor allem eine gut strukturierte und dokumentierte Programmierfähigkeit. Diese Eigenschaften sind nur durch Übung zu erlernen. Man darf Fehler machen, und man sollte sie verstehen und als Beispiele für schlechte Programmierung auffassen. Ein tiefgründiges Verständnis für die jeweilige Programmiersprache ist unerläßlich.
Story. Steht hinter dem Produkt eine interessante Geschichte, kann der potentielle Interessent sich damit identifizieren. Die Arbeiten eines Herrn Ford oder Herrn Daimler sind in Deutschland bekannt. Traditionsunternehmen schaffen teilweise mit ihren Produkten eine offizielle Aufnahme in den Wortschatz, wie zum Beispiel Tempo. In der IT haben Firmen wie Microsoft, Apple, Yahoo oder Google spannende und aufsehenerregende Erfolgsgeschichten zu erzählen.
In der Wissenschaft ist die Geschichte die Motivation für ein Produkt. Je spannender und eingängiger die Motivation, desto mehr Aufsehen erregt das Thema.
Konsequenz: Meine persönliche Schlußfolgerung ist, daß die Entwicklung von Softwarewerkzeugen:
- einen interessanten und eingängigen Namen haben sollte
- eine plausible und tiefgründige Motivation haben sollte
Dies könnte ein Ziel für den “Verkauf” der von mir entwickelten Software sein.
Symphonie. Große Teile der Industrie- und Informationsgesellschat mußten sich fokussieren und spezialisieren. Die neue Kunstformel dagegen lautet: Teile zusammenbringen. Statt Analyse heißt es Synthese - ncht die kleinen Teile sind wichtig, sondern das große Bild, wo es darum geht, sein Fachwissen durch Fremdfachwissen zu ergänzen und diese vielfältigen Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammenzuführen. Zitat: Derjenige, der das Rad erfunden hat war ein Idiot. Derjenige, der vier Räder dazu benutzte, um eine Transportmöglichkeit zu erfinden, war ein Genie!”.
Konsequenz: Ich bin von diesem Punkt gleich mehrfach betroffen:
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Bestehende Einzellösungen wie Softwarepackete oder Frameworks können integriert werden, ohne daß man ein Spezialist für eine Technologie sein muß. Beispiel: Ich wollte schon immer eine online-basierte Verwaltung für meine Fahrradtouren haben. Während ich genau weiß, wie ich meine Software gliedern möchte und auch das Datenbankschema im Kopf habe, bin ich kein Experte in der Programmierung sicherer Webapplikationen. Andere haben generische Frameworks bereits auf die Beine gestellt (z.B. Ruby on Rails), die Best-Practice-Pattern anwenden. Für mich würde es reichen, auf einer höheren Ebene, meine Idee zu implementieren, ohne mich um die Besonderheiten von web-basierten Applikationsframeworks kümmern zu müssen. Noch auffälliger sind Mashups. Diese erlauben es, Informationen miteinander zu kombinieren. Ein Paradebeispiel ist Google Maps. Beispielsweise könnte jemand ein Addressbuch über alle Restaurants der Stadt führen und den Google Maps Service dazu nutzen, die Adressen auf einer Stadtkarte anzueigen.
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Die Informatik selbst ist heute sehr breit gefächert und es ist unmöglich, alle Bereiche davon zu studieren. Aber man sollte zumindest einen Überblick über die unterschiedlichen Bereiche haben, um darin entwickelte Techniken für die eigene Arbeit einsetzen können. Zum Beispiel:
In unserer Gruppe ist kein Information Retrieval Spezialist. Dennoch setzen wir Information Retrieval Techniken für Auswertung unserer Daten an. Dies erfordert ein gewissen Grundwissen. -
In der KI arbeitet man grenzüberschreiten: Kognitionswissenschaften, Informatik, Mathematik, Philosophie, Sprachwissenschaften, etc. Im e-learning Bereich muß man noch zusätzlich einen Einblick in die Pädagogik werfen.
Empathie.Sei nicht nur logisch und rational zu Deinen Kollegen. Zeige auch Interesse an Ihnen und vermittle das Gefühl einer Zusammengehörigkeit. Ich glaube, dies ist eine Eigenschaft, die hauptsächlich für Vorgesetzte gilt.
Konsequenz: Im Kern ist ein solches Verhältnis an jedem Arbeitsplatz. Insofern sehe ich hier erstmal keinen Nutzen für mich, oder besser gesagt, es muß nicht weiter entwickelt werden. Letztendlich geht es darum, die Motivation eines Mitarbeiters zu steigern bzw. auf einem hohen Level zu erhalten
Spaß/Spiel. Ersetze Ernsthaftigkeit durch Spaß. Arbeit soll Spaß machen und dafür kann jeder seinen Teil beitragen. Auch sollte der Mensch für seinen Spaß außerhalb des Arbeitsplatzes sorgen. Spaß reduziert Stresshormone, stärkt das Immunsystem und fördert die Motivation.
Konsequenz: Ich habe dem nichts wesentliches hinzuzufügen.
Bedeutung/Sinn. Unterstütze Spiritualität und hebe Materialismusdenken auf. Menschen glauben gerne an etwas. Das gibt ihnen Sicherheit und mindert Sorgen. Vermittle und respektiere ihre Werte und sie werden glücklich sein.
Konsequenz: Klingt meiner Meinung nach ein wenig zu amerikanisch und katholisch, aber irgendwo ist es auch wahr. Und man kann es sogar durch Studien belegen. Für meine Berifswelt kann ich hier wenig ableiten, außer meiner üblichen Freundlichkeit und Dankbarkeit meiner Kollegen gegenüber.
Fazit
Wenn ich all diese Punkte zusammenfasse, dann stelle ich fest, daß vieles in meiner Umgebung bereits vorhanden sind. Vielleicht liegt es daran, daß ich einen interessanten Job habe, der am Puls der Zeit teilnimmt. Persönlich halte ich die Punkte Design und Symphonie für besonders wichtig. Ich schätze gutes Design und liebe es, neue Dinge aus bekannten zu kreieren. Beide Punkte faszinieren mich besonders.
Und dennoch, unter dem Strich bin ich eher ein Left-Brainer. Zwar habe ich einen Blick für schöne Dinge, aber mir fehlt der kreative Sinn für die Idee. Außerdem bin ich eher der Analyst, der gerne alle Dinge exakt untersuchen will. Wer weiß, vielleicht ändert sich das mal.
Ein Punkt, den ich hier nucht betrachtet habe, ist die Gegenüberstellung des IQ mit dem EQ (Emotionsquotient). Auch hier rät der Autor dazu, den Arbeiter nicht nur aufgrund seins IQ zu bewerten. Denn was bringt mir jemand, der hochintelligent ist, der sich aber in die Gruppe nicht integrieren läßt. Ein Mensch, der nicht auf andere eingehen kann, kann schnell zu einem Problem werden. Die Chemie muß stimmen. Und wenn jemand vielleicht nicht den notwendigen IQ hat, um Dinge schnell zu analysieren, er kann sich dennoch mit einem EQ in die Gruppe einbringen und damit vielleicht sogar die Gesamteffizienz der Gruppe steigern.
Ich gehöre nicht zu den begnadeten Köchen. Im Urlaub bin ich in der Regel der Küchenboy, der den Abwasch übernimmt. Gestern schlenderte ich durch die Stadt und sah in der Auslage von Thalia das “Studentenkochbuch”. Sowas fehlte mir in der Sammlung. Ein Buch, das ein schnelles und leckeres Essen verspricht.
Motiviert beschloß ich heute morgen, eine Kartoffelsuppe nach Buch zu machen. Bisher habe ich lediglich ab und zu eine Gemüsesuppe gemacht. Kartoffelsuppe ist ähnlich, nur halt mit Kartoffeln und einigen Würstchen. Das Rezept wich ein bischen von meinem ab, indem es vorschlug, daß ich die Sachen vorher dünsten sollte. Na gut, dachte ich mir. Probieren wir es mal.
Was soll ich sagen, ich bin begeistert. Die Suppe ist super lecker. Ich sollte bald ein weiteres Gericht probieren. Nur mit dem Abmessen muß ich noch üben. Diese Suppe reicht für drei Tage. Hmm, da wird der Sonntag weniger kreativ ausfallen.
Hautsach gudd gess!







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