Dubai ein Reiseland?

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Jumeirah Beach

Hoppla, offensichtlich ist mir da ein Beitrag durch die lappen gegangen.

Dubai ist als Zwischenstop weiterhin zu empfehlen, aber beim nächsten Mal werde ich meine Stop anders planen. In der Stadt selbst gibt es nicht viel zu sehen und im Shopping Rausch bin ich in der Regel auch nicht. De facto kann man im Duty Free Bereich des Flughafens auch gut einkaufen. Daher macht ein Stadthotel keinen Sinn für mich. Darüber hinaus sind die Hotels sehr teuer. Am besten sucht man sich eines aus, das weiter abseits liegt. So wird es wesentlich günstiger und ruhiger.

Dubai wird erst so in fünf Jahren wieder interessant, wenn die großen Projekte abgeschlossen. Wenn der Baulärm und -schmutz einmal weg ist, dann kann man Dubai auf Schusters Rappen auf eigene Faust erkunden. Einen längeren Aufenthalt würde ich nur in Kombination mit einer Reise durch die Vereinigten Arabischen Emirate mit Abstechern zu den Nachbarländern machen.

Für alle Aktivitäten empfehle ich die Wintermonate, im Sommer ist es schlicht und einfach zu heiß.

Konferenz und Hostel?

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Es geht alles. Sogar zu einer Konferenz fahren und in einem 6-Bett Zimmer einer Jugendherberge übernachten.

Dieses Jahr bin ich zur E-Portfolio Konferenz mit meiner Stundentin und jahrelangen guten Freundin nach Maastricht gefahren. Da wir beide diese Reise nicht erstattet bekommen würden, entschieden wir uns, die Kosten für die Übernachtung gering zu halten. Relativ schnell sind wir bei unserer Recherche auf den Seiten der StayOkay Hostels gelandet, und da uns dieses sehr attraktiv erschien, war die Entscheidung schnell getroffen. Es ist ein neues Gebäude, sehr sauber, sehr ruhig (trotz naher Verkehrsanbindung) und direkt an der Maas liegend. Ich schaute praktisch von meinem Bett direkt auf den Fluß. Abends spiegelten sich darin die Lichter der am anderen Ufer liegenden Gebäude und auch die Silhoutte einer nahen Brücke verleitete dem Ganzen einen romantischen Hauch.

Eine Spezialität von Jugendherbergen ist, daß man nie weiß, wen man sonst so im Zimmer hat. Und während wohl alle Mitbewohner sich wunderten, warum da zwei Leute früh am Morgen aufstanden und sich in Schale warfen, haben wir uns gefragt, wer da sonst noch so in den Betten liegt.

Am ersten Abend teilten wir das Zimmer mit einer Mutter und ihren drei Kindern, die wir nie zu Gesicht bekammen. Sie kamen nachts nach Hause und wir sind morgens früh raus. Am zweiten Abend trafen wir Roger und seinen Vater, die eine Fahrradtour von Schottland nach Portugal machten. Wir unterhielten uns mit beiden sehr angeregt und zwischendurch fielen so ungewöhnliche Sätze wie: “Naja, wir glauben, daß wenn wir in einem Monat in Spanien ankommen, dort nicht mehr so viele Touristen auf dem Pilgerweg unterwegs sind.” Ist schon cool. Am dritten Abend schließlich war ein australisches Pärchen, ebenfalls auf einer Fahrradtour, im Zimmer. Und zu unserer Überraschung am Morgen auch ein Kollege, den ich am Vortag auf der Konferenz traf. Er kam erst spät in der Nacht an.

Das war ein nette Erfahrung, doch haben wir alle festgestellt, daß es keine gute Lösung ist, wenn wir selbst einen Vortrag halten sollten.

Dune Bashing

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So much sand ... Das Highlight in Dubai war der Ausflug in die Wüste. Eigentlich liegt Dubai ja selbst in der Wüste. Da aber die Stadt wächst, muß man mittlerweile 45 Minuten rausfahren, um wirklich nur noch Wüste um sich zu haben. Auf dem Weg zu unserem Zielort sind wir ein Stück Autobahn gefahren und ich wunderte mich, wie es zu der Böschung links und rechts der Straße kam, da dahinter nichts lebendes zu sehen war. Da wies uns Ranjid, unser Fahrer, auf die Schläuche hin: Die haben tatsächlich entlang der ganzen Autobahn ein Bewässerungssystem installiert. Das kann auch nur hier passieren.

Arabian Adventure Jeeps Ich vergaß völlig zu erwähnen, daß ich den Ausflug mit Arabian Adventures gemacht habe. Während der Fahrt unterhielt ich mich mit Ranjid und fragte ihn, ob es auch andere Veranstalter gibt. Dies ist der Fall, aber Arabian Adventures ist der größte und zählte mal auf, was alles zur Flotte gehört: 80 Jeeps, einige Busse, 3 Schiffe und über 100 Flugzeuge. Als ich letzteres hörte, schaute ich doof aus der Wäsche, denn ich dachte, ich hätte mich verhört. Hab ich aber nicht, Arabian Adventures gehört zur Emirates Group. Ha ha! Okay, an dieser Stelle ein Tip an alle Emirates Reisende: Schaut Euch ganz genau die Emirates Group an. Darin sind auch Hotels verzeichnet und man bekommt Discounts, wenn man mit Emirates fliegt!!! Übrigens ist Arabian Adventure der einzige Reiseveranstalter, der durch ein geschütztes Reservat fahren darf.

Let it roll! Nun aber wieder zurück zur Wüste. Es war eine trockene Hitze, die im Vergleich zum Meer richtig angenehm war. Und so lebensfeindlich dieser Raum ist, ist er doch wunderschön. Und so kann der wilde Spaß beginnen! Ranjid gab alles, wirbelte das Lenkrad hin und her, Sand staubte auf, es ging rauf und runter wie auf der Achterbahn. Insassen vorn eim Auto hatten einen super Blick, Insassen hinten im Auto den wildesten Ritt.

Falcon Zwischendurch wurden Stops eingelegt, einer auf einer Kamelfarm, wo ich einen Falken halten durfte. Der Mann auf dem Foto neben mir ist der Besitzer der Kamelfarm. Das ganze war schon sehr touristisch aufgezogen. Innerhalb einer halben Stunde kam eine Horde von Touris, die sich anstellten, um für 20 Sekunden ein Foto zu machen. Man konnte sich gar nicht mal den Falken anschauen.Kaum war ich draußen, habe ich mir fix ein Kamele angeschaut, das wohl der Star war, so häufig, wie es geknippst wurde, und schon ging es weiter. Die Zeit drängte, der Sonnenuntergang stand bevor - ein weiteres Highlight. Wie einst Lawrence von Arabien stand ich auf einer Düne und beobachtete den raschen Sonnenuntergang. Es verblüfte mich, wie schnell alles vorbei sein kann, und wie zeitig die Dämmerung und bald die Nacht einsetzt.

Belly Dancer Kurz darauf erreichten wir das Wüstencamp. Wir durften auf Kamelen reiten, uns wurde ein tolles Barbecue serviert, eine Bauchtänzerin heizte uns ein, und wer wollte, rauchte eine Shisha. Wir vermuteten, daß die Bauchtänzerin keine Emirati war, denn derartige Kleidung und Bewegung ist in dem islamischen Staat bedenklich. Hier wurde vermutlich ein Kompromis gefunden. Nach der Show wurden für fünf Minuten die Lichter ausgemacht und jeder lehnte sich zurück und beobachtetet den reichen(!) Sternenhimmel. Lediglich den Mond sah ich nicht, was mich immens verstörte.

Dieser Trip war der Höhepunkt in Dubai. Schade, eine Übernachtng in der Wüste stand nicht auf dem Programm.

Asiatische Schöhnheiten und häßliche Menschen

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Asia GirlSaarbrücken, Shanghai, Dubai. Das sind drei völlig unterschiedliche Lebensräume mit verschiedenen Kulturen und Bildern. Und mittendrin sind Menschen. Fliegt man nach Shanghai, äußert sich der auffälligste visuelle Unterschied in den Gesichtszügen. Später fällt einem auf, daß Chinesen schwarze Haare haben, klein und schmächtig sind. Dieser Unterschied kann durch Touristen immens bekräftigt werden. So geschehen in Dubai. Kaum angekommen störte mich der Anblick all dieser Bierbäuche und häßlichen, fettarschigen und dickbäuchigen Europäer und Amerikaner. Aber auch Dubais Bevölkerung hat ein Gewichtsproblem, vor allem Frauen, denen das Ausüben eines Sports erschwert wird. Diejenigen, die am Reichtum Dubais profitieren können und liberal eingestellt sind, stellen es zur Schau. Frauen, die nicht durch die Burqa verhüllt sind, machen Selbsttests als mobile Douglas Feromonsäulen, schmücken sich mit Gucci Taschen, Brillen und Uhren, und pinseln sich eine wirklich abschreckende Kriegsbemalung ins Gesicht. Ob das schon Kunst an der Frau ist? Ich weiß es nicht, aber meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Alles nur Ischen.

Sehnsüchtig erinnerte ich mich an die schönen asiatischen Frauen und schaute mir gelegentlich die Fotos auf dem kleinen Display meiner Spiegelreflex an.

Khaleej Times

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Khaleej Times OnlineIst man in einem fremden Land, lohnt sich ein Blick in die lokale Zeitung, um zu verstehen, was das Land bewegt und wie die eigene Kultur aufgenommen wird. Leider viel zu selten blickte ich in die Zeitung, vielleicht auch aus gutem Grund, denn die Khaleey Times ist eine sehr informative und sachlich-objektiv gestaltete Zeitung. Ich hätte viel mehr Artikel lesen können, insbesondere die aus dem arabischen Raum. Hier fanden sich viele Artikel zu Problemgebieten wie Palästina, Iran, Pakistan und Myanmar. Was mich stutzen ließ, ist die mangelnde Kritik am Westen. Ich kann mir vorstellen, daß da eine bestimmte Politik im Hintergrund eine Rolle spielt.

PS: Wußtet Ihr übrigens, daß Äthiopien immer noch den julianischen Kalender führt?

Taxi, Taxi!

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Es wird Zeit, den Übergang zu den Dubai Geschichten zu machen. Ja, ich habe noch ganz viel zu erzählen und kann nicht damit aufhören. Wie schön, daß ich eine feine Überleitung von Shanghai zu Dubai im Angebot habe, nämlich meine Erfahrungen mit Taxifahrten.

Shanghai. Man steigt in ein Taxi und hofft, daß der Fahrer englisch kann, was in der Regel nicht der Fall ist. Stattdessen wird in jedem Reiseführer empfohlen, sich den Ort auf chinesisch aufschreiben zu lassen und das dann dem Fahrer zu zeigen. Martin ist aber kein typischer Tourist und übte die korrekte Aussprache mehrfach, bevor er in ein Taxi (übrigens sehr günstig) stieg. Kaum drin, schon sage ich mit fester Stimme (ungefähr) : “Ü ü garden.” Der Fahrer schaut mich verständnislos an. “Ü ü garden.“, wiederhole ich und wähle danach eine Variante, denn ich könnte mich ja vertan haben: “Jü jü garden.” Hmm, geht auch nicht.

Na gut, dann hole ich den Reiseführer raus und zeige ihm die Straße auf dem Plan. Dummerweise ist der Plan in lateinischer Schrift, was ihm nicht hilft. Aber von Carsten hatte ich noch einen chinesischen Plan. Doch auch vier Augen konnten in dem Plan nicht die Straße aus dem Reiseführer entdecken. Da kam mir der Geistesblitz und ich zeigte ihm das zugehörige Foto im Reiseführer. “Ah! Ü ü garden!“, schallte es mir mit einem Lächeln entgegen und der erste Gang wurde eingelegt. Noch Fragen?

Mall of Emirates Dubai. Ganz anders im vom Geld regierten Dubai. Fast jeder Taxifahrer spricht englisch, was aber nicht heißt, daß man auch dort hinkommt, wo man möchte. Ein Beispiel: Bei der Hitze und bei den Entfernungen ist der Tourist grundsätzlich auf Taxen angewiesen, und nicht nur der. Daher sind Taxen vor Shopping Malls (hier:Mall of Emirates) zu genüge vorhanden und falls nicht, dann winkt der Taxi-Boy schnell eines an den Taxistand herbei. Manchmal, so auch mir geschehen, spricht ein Taxifahrer Dich kurz vorm Ausgang an. In der Regel sind das Privatiers, die gegen gutes Geld, die Person befördern wollen. Mißtrauisch gegenüber seiner Preisangabe, lehnte ich ab und stellte mich in die kurze Warteschlange als Dritter an. Da ruft der Taxiboy mir zu und zeigt wiederum auf so einen Privattaxi. Trotz Bedenken steige ich ein nenne mein Ziel, das der Strand neben dem Burj Al Arab sein sollte. Der Taxifahrer entschuldigt sich und sagt, daß er nur in die Stadt fahre weil er Pause oder Feierabend machen wolle. Ich steige aus und schaue mißmutig auf die plötzlich angewachsene Schlange am Taxistand. Nach einer halben Ewigkeit erwische ich ein reguläres Taxi, doch der Fahrer hat einen eigenen Kopf: “Ich bringe Dich zu einem anderen Strand. Ist viel schöner.” “Nein, nein.” antworte ich und bekräftige, daß ich weiterhin zu meinem gewählten Ziel möchte. “Aber alle Touristen gehen zu diesem anderen Strand. Ist viel schöner.” Ich merkte, das könnte schwierig werden: “Vielleicht. Aber ich möchte zu diesem Strand hier …“, und deute auf die Karte, “… damit ich Fotos vom Burj Al Arab machen kann.” Als Antwort erhalte ich ein lapidares: “Das ist verboten!“. Da ich eh schon geladen, war gab ich auf und sagte ihm schlicht, er solle mich zurück ins Hotel bringen. Gesagt und getan, am Ende hat er mich noch ums Geld behumpst. Um meine Laune zu erhalten habe ich Plan B aktiviert und bin zum Strand.

Heritage Village Eine andere Dubai Taxi Geschichte ging wie folgt. Ausgerechnet in der Rush Hour wollte ich zum Heritage Village und ein Dorfmuseum entlang des Dubai Creeks besuchen. Ich merkte schon bei der Anfahrt, daß vor dem Eingang kaum Touristen und gar keine Taxen sind. Also machte ich mit dem Fahrer aus, daß er oder ein Kollege mich in einer halben Stunde abholen soll. Es kam natürlich niemand und die Lage wurde in 45°C Hitze ein wenig unangenehm. Ich ging wieder ins Heritage Village, wo im Eingangsbereich einige Händler kleine Läden betrieben. Und da stand ich als Tourist im Innenhof, als alle Türen aufgerissen wurden und mir ein Kanon “Wollen kaufen …?” entgegen schmetterte. Mein Plan war, bei einem Händler ein Getränk zu kaufen und im Gegenzug um einen Anruf bei der Taxizentrale zu bitten. “Telephone? There is a telephone next to the taxi stand.” Argh, das war mir schon klar, nur daß es aus irgendeinem Grund nicht ging. Auch der Versuch, mit meinem Handy anzurufen (trotz teurem Roaming) schlug fehl. The Big Bus Company Die Rettung nahte in Form eines BigBusCompany Busses. Ich bat den Reiseführer (ein Asiate!) mich nur bis zum nächsten Stop mitzunehmen, wo ich besser ein Taxi bekommen könnte. Zufällig war der nächste Stop der Gold Souq, auch eines der ganz großen touristischen Ziele. Ich fand es langweilig und wollte endlich ins Hotel. Ich erspähte den Taxistand und war glücklich, mehrere Taxen dort zu entdecken. Doch beim Nähertreten ertönte der Muezin aus den Lautsprechern und ich sah, daß kein Fahrer drin saß. Es war spät Nachmittag und alle waren beim Gebet. Noch Fragen? Glücklicherweise kam zwei Minuten später ein indischer Taxifahrer vorbei, der mich mitnahm und ordnungsgemäß am Hotel absetzte.

Kultur kann ganz anstrengend sein. Vielen Dank an die Big Bus Company für den Ride. Deren Konzept, jedes touristische Highlight auf einer Route anzufahren, Touristen aus dem Bus zu lassen und neue aufzunehmen (hopp on - hopp off), kann ich empfehlen. Auf der Tour verkehren mehrere Busse. Auf diese Weise kann man Dubai an einem Tag sehen. Mehr geht bei der Hitze eh nicht. Ich habe gerade einen Blick auf deren Karte geworfen und ich ärgere mich, daß ich von der Big Bus Company nichts wußte. Die sind echt okay.

Yu Yuan Garden

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Yu Yuan Garden Eines Tages machte ich mich alleine auf zum Yu Yuan Garden, dem letzten Flecken in Shanghai, wo Tradition der Moderne trotzt. An diesem Ort bemerkte ich, daß das K&C Team mich all die Tage an den typischen Touristenströmen lancierte. Der Yu Yuan Garden ist das touristische Zentrum  und besteht im Grunde  aus zwei Komplexen. Der äußere Komplex ist im Besitz von Händlern, KFC, MacDonalds und StarBucks. Der Kern, der eigentlich Garten (angelegt um 1559 alsRuhesitz eines hohen Beamten), hat einen separaten unscheinbaren Eingang. Ich hätte ihn fast gemieden, hätte ich nicht den Wächter angesprochen. Darin ist es viel ruhiger und ansehnlicher. Man kann sich fast schon zur inneren Mediation zurückziehen und die beruhigende Wirkung der Gärten und der Pagoden auf sich wirken zu lassen. Gartenanlagen sind eine Kunst in China. Daher, trotz Touris sehr sehenswert!!! Tut Euch nur den Gefallen und kauft nichts ein. Geht irgendwo, wo Chinesen einkaufen. Das ist orgineller.

Westlake und Lingyin Si Kloster

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Hangzhou Westlake Hangzhou ist für seinen Westlake bekannt. Das sagenumwobene Gewässer ist eines der zentralen und immer wiederkehrenden Motive in Geschichten, Liedern und Bildern. Zur Zeit der südlichen Ming Dynastie (1127-79) war Hangzhou sogar Hauptstadt. Selbst Marco Polo reiste durch diese Gegend und pries den Ort als den schönsten der Welt. Und es ist wirklich sehr malerisch, friedlich, ja befreit von Verkehrslärm. Promenaden, Teehäuser, Pagoden, Boote und Gondeln, Inseln, sanfte Hügel - einfach ein China wie man sich das vorstellt. Meine Empfehlung: fahrt mit dem Boot auf eine der Inseln. Von dort kann man sich auf weitere Inseln übersetzen und schließlich weiter an Land fahren. Da ich im beschreiben dieser Dinge mies bin, verweise ich Euch auf die Flickr Fotos.

Ancient Figures Stattdessen will ich Euch zwei Geschichten erzählen. Die erste ist kurz erzählt, aber wir hatten unseren Spaß. Auf einer der Inseln betrieb ein Chinese einen ganz einfachen Laden: er verlieh historische Kostüme und fotografierte die Leute. Wir ließen uns den Spaß nicht neben, doch warum bin ich der Buchhalter und er der Krieger? Die Chinesen haben haben sich schlapp gelacht als sie uns sahen. Das sympathische daran war, daß sie es so offen taten und wirklich Spaß daran hatten. Da war nichts bösartiges dahinter.

Boat on the Westlake Auf einer Überfahrt mit dem Boot haben wir Peter kennengelernt. Peter - sein selbstgewählter westlicher Name - ist ca. 14/15 Jahre alt und wurde ganz nervös, als er neben uns auf dem Boot saß. Irgendwann konnte er es nicht aushalten und sprach uns in einem recht guten Englisch an. Ich gebe zum Carsten hat hauptsächlich geredet, da er auch einige Brocken chinesisch anbringen konnte. Peter stellte typische Fragen, was wir machen,woher wir kommen und so weiter. Ihm gegenüber saß ein gleichaltriges Mädchen, daß die Diskussion neugierig verfolgte und sich ihr anschloß. Sie hat einige Worte deutsch gelernt und war richtig stolz, sich mit jemanden aus Deutschland zu unterhalten. Doch war sie bei weitem nicht so aufgeregt wie Peter. Dieser hat in seiner Aufregung etwas verwirrende Fragen gestellt wie: “Do you have homework to do?” Naja, die Hausaufgabenzeit war schon bei uns beiden lange vorbei, also antworteten wir mit “nein” und er stellte erfreut fest, daß wir gerade deswegen eine gute Zeit haben. Den Vogel hat er jedoch abgeschossen, als er mir zunickte und Carsten fragte: “Is he human, too?” Carsten brauchte einen Moment und auch ich überlegte,ob ich es richtig verstanden habe, doch dann antwortete Carsten mit einer kräftigen Stimme: “Yes, he is German, too.”

Als wir am Ufer ankamen, bat Peter uns, ein Foto mit ihm zusamen zu machen. Mann, war der stolz. Er packte uns um unsere Beckenknochen und grinste ganz breit in die Kamera. Überhaupt lassen die Chinesen sich gerne mit Kaukasiern fotografieren. Mit ist es auf der Nanjing Road in Shanghai passiert. Da sprach mich ein Teenager an, ob er ein Foto von mir mit seiner Freundin machen könnte. Ich fand das goldig. Und um ein gutes Vorbild zu sein, bot ich ihm an, daß er doch auch ein Foto mit mir haben könne. Wieder dieses breite Grinsen und schon packte er mich und wies mich an, das Victory Zeichen mit den Fingern zu machen. Die Sache mit dem Anpacken ist völlig normal. Da gehen Frauen Hand in Hand (Freundinnen) und Männer aneinander eng angelehnt (uns Europäer würde sowas stören) auf der Straße oder greifen sich auch gerne mal ans Knie. Ein ungewöhnlicher Anblick und ein ungewöhnliches Erlebnis, aber das ist normal hier und ein Ausdruck der gesellschaftlichen Nähe.

Buddha Figures Nach dem Westlake haben wir uns das Lingyin Si Kloster angeschaut. Ein ganz tolles Gelände mit vielen Pagoden, die gegen den Hang gebaut wurden, sowie in Stein gehauenen Figuren. Das Kloster ist weiterhin im Betrieb und wird durch Mönche aufrecht erhalten. Viele Gläubige besuchen es und praktizieren ihren Glauben. Wir hatten sogar das Glück, an einer Segnungs-Zeremonie teilzunehmen und den Mönchen beim Singen/Murmeln zuzuhören. Einfach fantastisch. Eines der ganz intensiven Momente in meinem Leben. Der Name lautet übersetzt “Tempelkloster der wunerwirkenden Weltferne”. Das  Kloster lehnt an den Berg  Failai Feng, übersetzt “Herübergeflogener Gipfel”. Es wurde 326 von einem indischen Mönch gegründe, der befand, daß die gegenüberliegende felsige Anhöhe einem Berg in seiner Heimat ähnelt - als sei dieser nach China herübergeflogen.

Buddha statue Daß Mönche auch ganz modern leben, sieht man daran, daß sie in unbeobachteten Momenten zum Handy greifen und eine SMS schreiben. Eine andere Sache der Bequemlichkeit ist die Armada an Ventilatoren im Gebetshaus. Gut, ich kann auch verstehen, daß man bei über 30°C ein wenig Frische braucht - nur manchmal schien es, daß dies ein ganz besonders wichtiger Punkt in der Zeremonie war. Egal!

Leider durfte ich nicht in den Tempelgebäuden fotografieren. Daher habe ich einige Fotos unbemerkt von Außen gemacht. Was Ihr hier seht ist eine der 9m hohen Figuren, teilweise aus Holz geschnitzt und vergolded.

Bank of China

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Das war der Dauerbrüller in Shanghai. Carsten empfahl mir, mein Geld bei ihm zu wechseln. Da ich sowieso für den Druck seiner Diss Geld vorstreckte, hat er mich gleich beim Empfang in Shanghai mit Devisen begrüßt. Weiteres Geld könne ich bei ihm eintauschen, sagte er. Ich nehme es vorweg, es war genau umgekehrt.

Wie so häufig erzählt, in China laufen die Dinge anders. Carsten ist Kunde bei der Bank of China, und weil die Experten für Ausländer sind, befanden sie, daß ein Ausländer keine Automatenkarte benötige, um ans Geld zu kommen. Stattdessen solle er ein Sparbuch eröffnen, und wenn nötig, dann soll er sein Geld am Schalter abholen. Jo, nur kann das bei einer Einwohnerzahl von 17.5 Mio und bei einem Bankbesuch am Sonntag zu einer elend langen Wartezeit führen. Wie gut, daß einige Meter weiter ein Citibank Automat stand und ich problemlos mit meiner Visacard kostenlos Geld abholen konnte. Cool nicht wahr.

Das Problem wurde übrigens auch dadurch verschärf, daß die Uni lange nach Stichtag das Geld noch nicht überwiesen hatte. Spekulationen waren im Umlauf, daß Geld in der vorlesungsfreien Zeit nicht überwiesen, da dort nicht gearbeitet wird. Aber das war nur ein Gerücht. A propos Urlaub, es gibt da eine Woche im Jahr, die per Gesetz Urlaub für alle bescheinigt. Theoretisch. Ist schon aber witzig. Wir haben unsere Feiertage und sie eine Feierwoche. Kerstin, weißt Du, was da gefeiert wird?

Der Höhepunkt meiner Bank of China Geschichte findet in Hanghzou statt. Denn auch dort ist eine Bank of China und sie war zufällig auf unserem Weg zum Westlake (spätere Geschichte). Während Carsten sich in der Schlange anstellte, setzte ich mich im Warteraum hin und reinigte erstmal meine Objektivlinse. Ich war gründlich und dies dauerte seine Zeit. Als ich fertig war, blickte ich auf und sah, daß Carsten sich nicht weiter bewegt hat und an der selben Stelle in der Schlange stand. Und da entfaltete sich die Szenerie vor mir. Die Schlange war gar nicht so lang, aber der Bottleneck war unüberhörbar. Eine ältere Frau hat die junge “geduldige” Beamtin mit Fragen, Widersprüchen und Nachfragen 45 Minuten lang bedrängt. Sie ließ sich auch nicht abwimmeln, denn das Alter besteht auf sein Recht und chinesische Frauen sind Profis im Jammern. Je älter umso dramatischer.

Inzwischen kam ein junger Mann und stellte sich hinten an. Seine Ungeduld war deutlich sichtbar,und dies wohl auch zurecht, denn sein Kleidung verriet, daß er nur eine kurze Pause im Job machen und diese nutzen wollte. Die Ungeduld wies auch alle 5 Minuten das gleiche Muster auf. Ein Blick auf die Uhr und ein nervöses auffälliges einmal um die eigene Achse drehen. Diese Gleichmäßigkeit intensivierte sich im Laufe der Zeit und hätte das noch länger gedauert, dann wäre er sprichwörtlich durchgedreht.

Mein Blick schweifte nach rechts und eröffnete mir das Fenster in den chinesischen Bankbetrieb: fünf Tische stehen nebeneinander, dahinter jeweils ein(e) Beamter/Beamtin. Alle waren sehr jung, bis auf den Chef, der ganz rechts saß, wenn er da überhaupt mal saß. In der Regel lief er quer durch die Bank, hatte was zu tun und gelegentlich setzte er sich in seinen Stuhl und bediente die Kunden. Komischerweise war er der einzige, der Kunden hatte und es saßen auch immer drei vor seinem Tisch … tschuldigen … und es warteten auch immer drei vor seinem Tisch. Das Jungvolk daneben läßt sich von links nach rechts wie folgt beschreiben: die immermüde, gähnende und SMS schreibende Ische, die gelegentlich durch Papiere blätterte; der Stempler, der sonst nichts zu tun hatte, diesen Job aber lautstark betrieb; die Sortiererin, die Papiere in die Hand nahm, sie sortierte und gelegentlich an den Stempler weitergab; und schließlich der Laufbursche, der entweder ein Auszubildender war oder hier inkognito arbeitete,denn seine Funktion wurde mir nicht klar. Menschen beobachten macht Spaß, und diese Menschen besonders.

Wie schon vorhin erwähnt, stand Carsten in der Schlange und endlich hat man etwas gegen die quäkende Dame unternommen. Man hat einfach einen weiteren Schalter geöffnet, damit sie keinen weiteren Kunden behindert. Wie einfallsreich von den Chinesen. Man müßte glauben, Carsten wäre nun ganz froh und erleichtert, sich mir wieder als Reiseführer anschließen zu können. Dumm nur, daß er mit einem rauchenden Kopf vor mir steht: Die Bank of China vergibt kein Geld an Leute aus einer anderen Stadt. Da sein Sparbuch in Shanghai eröffnet wurde, darf er nur dort abheben. Noch Fragen?

Wie gut, daß auf dem Weg eine Shopping Mall lag, wo ich bequem mit meiner VisaCard erneut den Jackpot traf. Ein wenig später fragte Carsten, ob ich ihm was kaufen könne, nachdem er seine letzten 5 Yuan (50 Cent) versoff. :-)

Interkulturelle Kommunikation

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Ist man in Saarbrücken an der Uni eingeschrieben, dann weiß man, daß Interkulturelle Kommunikation  mit Schwerpunkt auf Frankreich ein Studiengang ist. Gerne möchte man manchen Chinesen, diesen Studiengang ans Herz legen, um Produktivität und Verständnis füreinander zu fördern und Mißverständnisse zu vermeiden. Nicht zuletzt vor der aktuellen Nachrichtenlage zum Besuch des Dalai Lama (@Merkel: finde ich gut von Ihnen; falls Sie meinen Blog lesen).

Der Grund für meine Empfehlung sind Ereignisse, die mir zugetragen worden. C.  wunderte sich beispielsweise diesen Sommer, daß er alleine im Büro saß; und daßbei der Hitze. Nach einigen Wochen erschienen die Kollegen wieder und fragten ihn,ob er einen guten Urlaub hatte. Naja, wenn der Chef nicht da ist, muß man halt nicht ins Büro. Und bei der Hitze erst recht nicht.

K. dagegen wurde Opfer einer flexiblen Planwirtschaft. Eigentlich hatte sie sich alles so schön zurechtgelegt, was sie in der vorlesungsfreien Zeit  machen und mir zeigen möchte. Bis Sam, ein Freund und gleichzeitig ein Schüler, sie am Tag meiner Ankunft nach der Vorverlegung des Unterrichts um eine Woche fragte. Problem war nur, niemand hat ihr bescheid gesagt und eigentlich auch nicht den Schülern. sam selbst, hat es nur um drei Ecken erfahren. Aber so funktioniert es. Ganz oben wird etwas beschlossen, auf dem Weg nach unten geht die Info verloren und es wird trotzdem erwartet, daß alles so läuft, wie ganz oben beschlossen wurde.Nicht ganz unerwartet, erschien auch nur ein Schüler zum Unterricht, Sam nämlich. Dummerweise kann man dann den Unterricht nicht einfach so verlegen, denn der wird live ins ganze Land gestreamt und man weiß einfach nicht, wieviele Chinesen gerade online teilnehmen. Und die Hauruck-Vorbereitungen von K. bis tief in den Abend haben sie auch geschlaucht. Ach, ich vergaß zu erwähnen, daßauch gleichzeitig beschlossen wurde, einheitliche PowerPoint Folien zu erstellen, so daß sie ihre bestehenden dem neuen Format anpassen mußte.

Ich sag es Euch. Allein die Tatsache, daß China so anders tickt, macht es zu einem tollen Reiseland und zu einem Abenteuer zugleich.

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