Vor 13 Jahren, genau am 16. September 1993, verfaßte ich einen Kurzaufsatz über meine Einstellung zu einer Weltformel. Das war während der Schulzeit im Philosophie Unterricht. Damals lasen wir Von Stephen Hawking Eine kurze Geschichte der Zeit, in der der Autor über die Möglichkeiten der Vereinheitlichung der vier bekannten Kräfte in einer Weltformel berichtete. Kurz zuvor oder danach, ich erinnere mich nicht mehr, lasen wir die philospohische Abhandlung Das Prinzip Verantwortung Hans Jonas. Parallel lasen wir beim gleichen Lehrer im Deutschunterricht die Lektüren Die Physiker, In der Sache Robert Oppenheimer und noch irgendwas.
In diesem Blog will ich den Aufsatz nochmal zitieren. In einem späteren Eintrag will ich meine damalige Einstellung mit der heutigen Vergleichen. Vor einigen Tagen behauptete ich, ohne den Beitrag gelesen zu haben, daß sich meine Einstellung geändert hat. Nun, wir werden es sehen.
Meiner Meinung nach ist die Weltformel eine Bereicherung für die Menschheit. Durch sie kann man die Entstehung des Universums und die Beschaffenheit aller Materie erklären. Sie detailliert Vorgänge, indem sie sagt, wie sie ablaufen; sie sagt aber nichts darüber aus, aus welchem Grund diese in gesetzt wurden. Diese Weltformel kann Fragen, wie z. B. den Ablauf des Denkens beantworten, aber nicht den Inhalt. Sie erklärt zwar die Entstehung des Universums oder seine Existenz, aber nicht das Warum.
Die Frage ist nun jetzt, was sich für den Menschen ändert. Verliert er dadurch den Sinn des Lebens? Eine Weltformel kann eine solche Frage nicht beantworten, denn wie soll man den Sinn mathematisch definieren und erkennen?
Die Menschen werden lernen müssen, mit dieser Formel umzugehen. Das Leben wird sich sicherlich ändern, da man die höchste und allgemeine physikalische Erkenntnis erreicht hat. es bleibt abzuwarten, wie man diese Erkenntnis nur nützt. Sie st sicherlich zu einem guten Zweck gedacht, aber man muß sie auch vor einem Mißbrauch schützen. An dieser Stelle kreuzt sich mein mit dem von Jonas, der eine neue philosophische Wissenschaft fordert, Verantwortung für den Fortschritt. Der Mensch muß sich neue Werte schaffen. Viele Arbeitsplätze werden entfallen, aber andere neue werden entstehen. Dies ist mit der Informatik und dem Einzug von Computern in das öffentliche Leben zu vergleichen.
Die allerhöchste Erkenntnis muß jeder persönlich erreichen und ihre Bedeutung hinreichend verstehen. Die neuen Ziele werden möglicherweise nie die hohe Bedeutung der Weltformel erreichen, aber auch die Weltformel ist nicht absolut, sondern sie wird das höchste erreichbare Ziel seiner Art sein.
Die neuen Werte der Menschen werden vielleicht in den zwischenmenschlichen Beziehungen zu finden sein. Jeder wird sich neue persönliche Ziele setzen. Wer pessimistisch in die Zukunft schaut, der verbaut sich selbst sein Glück.
Eine weitere Frage ist, ob die Weltformel einen Gott ausschließt, oder ob dieser selbst den Naturbedingungen unterliegt. Damit muß sich jeder selbst auseinandersetzen und seine Gott-Definition überprüfen. Man kann sich auch aus der Affäre ziehen, indem man sagt, daß Gott über allem steht und nicht erklärbar ist. Andererseits kann man dies auh als pure Fantasie abstempeln, da es keine Beweise für seine Existenz gibt.
Egal zu welchem Ergebnis man kommt, die Weltformel rückt den Gott-Begriff in den Hintergrund und schränkt seine Bereiche ein.
Diesen Aufsatz schrieb ich innerhalb von 20 Minuten. Mein unschuldiger Schädel mußte innerhalb dieser kurzen Zeit all diese Gedanken balancieren und strukturieren.







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